Das neue Bonus-System

Der Bruder der Frau des Vaters meiner Tochter hat heute vor 10 Jahren kirchlich geheiratet. Es kommt mir vor als sei es erst gestern gewesen, als wir alle zusammen in der kleinen Marienkapelle in Jonen standen und die strahlende Braut den Raum betrat. Heute fuhren mein Mann, jener Bruder und ich zusammen in der S-Bahn, stets darauf bedacht, nicht von Katja W. belauscht zu werden. Gerade als ich ihm zum Jubiläum gratulieren wollte, stutzte ich – an seinem Finger fehlte der Ehering. „Du, was soll das?“ Ich zeigte irritiert mit meinem Kinn auf seinen nackten Ringfinger. „Ich lasse den Ehering gerade aufpolieren,“ entgegnete er. Mir entrutschte ein entgeistertes „Jetzt?!“ Wieso lässt man den Ehering am Hochzeitstag aufpolieren? „Ja“, meint er, „der Ring meiner Frau ist ebenfalls beim Juwelier – sie kriegt einen neuen Diamanten eingesetzt.“ Als er meinen fragenden Blick sieht, ergänzt er: „Ein Diamant für jedes Kind und nach jeweils fünf Jahren Ehe.“

„Du, das ist ja wie eine Prämie!“, platze ich begeistert heraus. Wir kichern wie kleine Kinder, die unbekannten Sitznachbarn können sich ein Lachen kaum verkneifen und Katja W. hätte ihre helle Freude an uns. Ja, dies beweist, dass auch die Ehe ein Job ist und sich für das Bonus-System eignet. Aber: Warum gibt es eigentlich kein Malus-System für hochgestellte Klobrillen?

Ich wünsche Euch jedenfalls alles Gute für die nächsten 10 Ehejahre – und noch viele weitere Diamanten am Ringfinger.

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