Chicorée Taschen

Mit den Jahren bin ich ein Fan von Salaten aller Art geworden. Nüssli, Eisberg, Gurken, Grüner Salat, Tomaten, Eichblatt und Ruccola – alles kein Problem für mich. Aber mit einem Salat habe ich echt Mühe: Endivien. genauer gesagt Chicorée. Als ich noch ein Teenager war, kam Chicorée gross auf. In der Steinen in Basel sah ich das Emblem zum ersten Mal. Grünes Logo auf schwarzem Grund. Und seither werde ich dieses beschissene Bild nicht mehr los: Junge Mädchen mit einer billigen, schwarzen Umhängetasche aus Plastik, auf der das kursive Chicoree-Logo prangt. Schreikrampf!

Ich dachte immer, dass der Trend vergehen würde. Wer läuft schon freiwillig mit einer Tasche herum, durch die ersichtlich ist, was man vielleicht vor Monaten gekauft hat? Aber tatsächlich wird die Tasche noch nach Monaten als Accessoire verwendet – weil sie „cool“ ist. Ich hingegen reagiere mittlerweile hysterisch, jedes Mal wenn ich eine solche Tasche auf der Strasse erblicke. Ein Trend hat die Generationenschranke überlebt: Auch heutige Teenies finden die Tasche toll, und ich verstehe die Welt nicht mehr. Was ist so toll an dieser grün-schwarzen Katastrophe, die aussieht, als hätte ein Hund genüsslich daran herumgenagt? Und auch Frauen in meinem gesetzten Alter wandeln mit Chicorée-Taschen und gar Chicorée-Rücksäcken umher.

Leute, es ist nur eine Werbetasche, ihr lauft doch auch nicht freiwillig mit einer Coop-Tragetasche umher! Ich könnte es ja verstehen, wenn es eine Chanel-Werbetasche wäre oder eine von Tiffany’s – aber Chicorée?!

Und dann das: Am 19. Oktober schreibt 20 Minuten: „Chicorée wurde von der Expansionslust gepackt“. Oh Graus! Und weiter: „Die Discount-Kleiderkette Chicorée expandiert wie wild. Nun schielt der Geschäftsführer in die Romandie.“ Ja, 20 Minuten hat es erfasst: Es handelt sich um Discount, Billigkleidung, also warum trägt man diese Tasche nun bald auch in der Romandie mit Stolz? Ich glaube, ich verstehe es langsam – nicht die Kleider sind so in –, es ist die Tasche, die die Ladenkette zum Erfolg führt.

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