Nostalgie

Uff, die Zeit vergeht wie im Flug. Da habe ich vor kurzem noch darüber berichtet, wie ich beim Arzt schon zum älteren Kaliber gezählt wurde, nun habe ich gerade gehört, dass die Bekannte einer Mitarbeiterin, die ich beide zusammen im Zuge getroffen hatte, geschockt war, dass ihre Freundin eine so junge Chefin hat – sie hatte mich auf 23 Jahre geschätzt! Meine Mitarbeiterin meinte noch, sie wäre ja froh, wenn sie auf 23 geschätzt werden würde. Kunststück, sie ist älter als ich. Als Chefin aber hat es einen etwas bitteren Beigeschmack, so jung geschätzt zu werden. „Jung“ ist in der Geschäftswelt gleichzusetzen mit unvermögend. Nun überlege ich mir, die Haare grau zu färben, damit ich mehr business like wirke. Vielleicht muss ich auch noch einen verhärmten überarbeiteten resignierten Blick üben?

Darüber nostalgisch geworden, liess ich am Wochenende die Gedanken schweifen und erinnerte mich an meine Griechenland-Ferien zurück, als ich 17-jährig auf dem Peloponnes die Liebe meines Lebens gefunden zu haben schien. Es war der Sommer meines Lebens, mit starken Anleihen an Dirty Dancing: ohne Wassermelone, aber mit Kellner. Mittlerweile bin ich doppelt so alt wie damals. Und in diesen Jahren hat sich mein Weltbild und Selbstverständnis komplett geändert. Wie werden weitere 17 Jahre an mir vorüberziehen?

Und um noch weiter der Nostalgie zu frönen: Alle Jahre zum Valentinstag fällt mir wieder dieselbe Anekdote ein. Ich war 23 (!!!), als mein damaliger Freund mir am Valentinstag in einer Bar feierlich meine Cola bezahlte. Schliesslich sei das „mein Tag“ und er wünsche mir alles Gute zum Valentinstag. Jedes Jahr schüttle ich aufs Neue den Kopf, wenn ich mich an dieses Geschenk erinnere.

Heute bin ich bestens versorgt: Mein Mann hat mir auf Weihnachten eine exklusive Longchamps-Handtasche mit passendem Portemonnaie gekauft, und Blumen kriege ich auch ohne Grund von ihm geschenkt. Solche Daten wie der 14.2. sind einfach nicht mehr wichtig für mich. Genug der Nostalgie also am Valentinstag. Am schönsten ist es doch so, wie es heute ist: Ich bin aufgerundete 34, mit weissen statt mit grauen Haaren ausstaffiert (ja, so ist es, nur sieht es keiner ausser meiner Coiffeurin…), glücklich verheiratet und glückliche Mutter. Und meine Cola bezahle ich lieber selber.

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