Riz Casimir

Als ich mit LadyGaga schwanger war, besuchte ich meine Eltern in Südfrankreich. Ich machte eine emotional schwere Phase durch und mit mir mein Mann. Jeden Tag trank ich frisch gepressten Orangensaft – Mann sei dank. Nun musste eben mein Vater dran glauben. Jeden Tag presste er die Orangen für mich aus. Rahmsaucen vertrug ich nicht. Schon beim Anblick wurde mir schlecht. Also wurden Rahmsaucen aus dem Angebot verbannt.


Eines Morgens fragte mich mein Mami, was ich zum Mittagessen wollte. Ich sagte wie aus der Pistole geschossen: „Riz Casimir!“ Dann vergrub ich mich wieder in ein Buch, das ich gerade las. Es war wohl einer der letzen Momente, in denen ich einfach nur Tochter sein konnte.


Etwas später ging ich zu meinem Mami in die Küche. „Was ist denn das?“, rief ich entgeistert, als ich einen Klumpen Fleisch vor mir sah. Sie erklärte mir, dass sie kein Pouletfleisch mehr in der Tiefkühltruhe gehabt hatte und dass es nun statt Riz Casimir Kalbsfilet geben würde. Ich war wohl völlig hysterisch. „Aber ich wollte doch Riz Casimir. Ich hab mich so drauf gefreut, ich kann doch jetzt kein Filet essen. Ich bin total gefrustet. Du hast es mir versprochen.“ Mein Mami versuchte mich zur Raison zu bringen, aber mein Blick war vernebelt, ich war den Tränen nah, weil keiner mich liebte. Ich verliess die Küche. Als ich zurückkam, war meine Mutter wortlos dabei, dass Filet in Geschnetzeltes für das Riz Casimir zu verarbeiten. Man lerne: Echte Mutterliebe macht auch vor teurem Fleisch keinen Halt. DANKE!

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