Über das Bloggen

LadyGaga berichtet beim Znacht mit roten Bäckchen, was sie heute alles in der Kita erlebt hat: „Und dann, weisst Du was, Mami? Dann hat Mara der Léonie einfach auf die Strumpfhose gepinkelt!“ Dabei kichert sie ihr unbändiges Kinderlachen. Es ist so ansteckend, dass wir alle drei zusammen lachen müssen. Ich stehe vom Tisch auf, weil ich die Milch vergessen habe. LadyGaga schaut mir nach und fragt: „Mami, schreibt Du das jetzt aaaauuuuuff?“ Ich stutze. In letzter Zeit bin ich wirklich oft vom Tisch aufgestanden, um auf einem Zettel, einem Wisch eine witzige Idee aufzuschreiben, die sich aus unserer Familien-Interaktion ergeben hat. Bin ich tatsächlich schon so weit, dass ich alles Witzige in unserem Leben aufschreibe, um dann darüber zu bloggen? Kann ich es manchmal kaum erwarten, am PC zu sitzen und meine Geschichte, meine Idee loszuwerden? Die Antwort lautet Ja. Und sogar meine Tochter hat das schon begriffen. 

Vor Jahren hat mich mein damaliger Freund ziemlich angesäuert gefragt, ob ich denn eigentlich alles aufschreibe, was wir gerade diskutierten. Ich sass mit Stift und Notizblock da und notierte tatsächlich einige witzige Zusammenhänge unserer Diskussion, die ich verfremdet ich einem Buch verwenden wollte. Irgendwie hat sich nichts geändert. Nur ist meine Tochter nicht angesäuert, wenn ich über sie schreibe. Sie ist angesäuert, wenn ich links an ihr vorbei gehe anstatt rechts oder wenn ich sie aufs WC setze und sie lieber spielen will oder wenn ihre Jacke sich nicht genau so anfühlt wie beim letzten Tragen. Oder auch einfach ohne Grund. Und wenn sie dann für uns Erwachsene wieder grundlos geweint hat, schluchzt sie ähnlich einer Diva: „Taschentuch!“, weil sie es hasst, wenn die Tränen ihre Kleider und ihre Wangen nass machen. Aufs Weinen verzichtet sie aber trotzdem nicht.

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