Masernimpfung

Eins vorweg: Ich bin fürs Impfen, weil der medizinische Fortschritt sinnvoll ist. Wenn ich mein Kind schützen kann, dann tue ich das. Aber natürlich muss das nicht jeder so sehen.

Gestern waren wir beim Kinderarzt, weil LadyGaga eine Masern-Auffrischimpfung benötigte. Ich war deswegen schon die ganze Woche nervös, weil ich nicht wusste, wie LadyGaga auf die Spritze reagieren würde. Ich selbst bin die absolute Spritzenphobikerin.

«Warum?», fragte sie mich misstrauisch und mit grossen Augen, als ich die Impfung ankündigte.
Ich: «Damit Du keine schlimme Krankheit kriegst, bei der Du Dich ganz fest kratzen musst, weil es so beisst und juckt. Damit Du gesund bleibst. Die Spritze spürst Du nur ganz kurz, und dann ist alles schon vorbei, versprochen.»

Das akzeptierte sie, aber mit erhobenem Zeigefinger mahnte sie mich: «Ich will aber kein Pflaster!» Ich wunderte mich, liess es aber dabei bewenden. Wir gingen los.

Bei der Kinderärztin. Die Ärztin fängt beinahe zu heulen an, weil sie wegen der bevorstehenden Spritze ein schlechtes Gewissen hat (!). Ich denke: «Doofe Nuss, mach LadyGaga keine Angst, sondern endlich Deinen Job!» LadyGaga wird nervös. Mein Mann und ich halten ihre Hände und erklären ihr mit ruhiger Stimme nochmals, dass es nur kurz weh tut und gleich vorbei ist. LadyGaga macht keinen Wank, als die Ärztin ihr endlich die Impfung verabreicht. Geschafft. Es blutet nach. Die Ärztin holt ein Pflaster, reisst es auf.
Aus dem Nichts fängt LadyGaga an, um sich zu schlagen und schreit hysterisch: «ICH. WILL. KEIN. PFLASTER!!!»

Die Kinderärztin ist völlig aus dem Konzept und will LadyGaga unbedingt das Pflaster auf die Stichwunde kleben. «ICH. WILL. KEIN. PFLASTER!!!» LadyGaga ist ausser sich. Die Ärztin steht unschlüssig mit dem Pflaster in der Hand da. LadyGaga beginnt zu weinen.

Ich schaue die Ärztin an und sage säuerlich: «SIE. WILL. KEIN. PFLASTER! Können Sie es nicht einfach weg lassen?» Die Ärztin ist irritiert. «Also das habe ich ja noch nie erlebt. Ein Kind, das kein Pflaster will.» Tja, so ist sie halt, unsere LadyGaga. Eben Gaga. 

Davon konnten wir uns gestern den ganzen lieben Tag lang überzeugen: Als Nebenwirkung der Impfung redete sie stundenlang ohne Punkt und Komma, hüpfte, tanzte und rannte im Haus und im Garten herum, sang und schrie abwechselnd und diskutierte abends im Bett noch bis 22 Uhr mit ihren Kuscheltieren. Sie war regelrecht auf einem Tripp. Red Bull verleiht Flügel. Mein Mann und ich waren nachts so groggy, dass wir uns heute noch davon erholen mussten.

Aber Masern kriegt sie definitiv keine.

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2 thoughts on “Masernimpfung

  1. Und wenn doch, dann ohne Pflaster 🙂

    Aber schon wahnsinn, wie die Kleinen einen manchmal überraschen. Lief ja gerade bei unserer Impfung ähnlich ab (außer das mit dem Pflaster). Hatten da auch mit Widerstand und Tränen gerechnet und dann zuckt sie nicht mit der Wimper.

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