Unterhaltung auf dem Nachhauseweg

Endlich ist sie da – die Affenhitze. LadyGaga wollte heute ihr Trottinett in der Krippe dabei haben, und ausgerechnet heute musste ich LadyGaga alleine von der Krippe abholen – zu Fuss. 70 Minuten der Qual für mich und meine Dreijährige. Sie, schon erhitzt vom ganzen Tag spielen und herumtollen im schattigen Garten. Ich, erledigt von einem heissen Arbeitstag ohne Klimaanlage (wir sind ja nicht in den USA…). Vorsorglich hatte ich uns schon eine Apfelschorle und ein Laugenbretzel gekauft.

Und so lief unser Weg nach Hause ab:

17.50 Uhr: Kaum unterwegs, will LadyGaga das Trottinett doch nicht mehr fahren, weil der Boden «chrüselig» ist (es holpert). Sie schwitzt unter den Helm. Ich schiebe das Trotti.

17.55 Uhr: LadyGaga tun die Füsse weh, sie will nicht mehr laufen.

17.56 Uhr: Ich biete ihr an, dass wir unterwegs am Kiosk ein Glacé zur Abkühlung kaufen.

17.58 Uhr: Ich trage das Trotti und den Helm. Und meine Handtasche. Und Getränke. Und Essen. Einfach alles, nur das Kind nicht. Alles klebt an mir.

17.59 Uhr: LadyGaga fällt auf dem «chrüseligen» Kopfsteinpflaster der Länge nach hin. Weinen. Trösten. Schwitzen. So viel schwitzen.

18.01 Uhr: Apfelschorle und Laugenbretzel.

18.04 Uhr: Wir gehen weiter.

18.07 Uhr: Wir kaufen ein Glacé mit Gummibärli drin (iiiieeeeehhhh!!!).

18.08 Uhr: Wir laufen zur Busstation.

18.09 Uhr: Der Bus fährt an uns vorbei.

18.10 Uhr: Wir sind an der Busstation.

18.11 Uhr: Ich stelle mich einem menschlichen Schutzschild gleich heroisch vor LadyGaga (Glacé-schmatzend, hoch rot im Gesicht, verschwitzt), um die Sonne abzuhalten.

18.12 Uhr: Die Sonne brennt dafür auf meine Unterschenkel. Echte Mutterliebe kennt eben keinen Schmerz.

18.15 Uhr: Der Bus kommt. Wir steigen vorne ein, der Bus ist voll, nicht klimatisiert.

18.16 Uhr: LadyGaga rennt quer durch den ganzen Bus bis ganz nach hinten. Ich bin immer noch voll beladen, mit Trottinett, Helm, Taschen, Getränken und mir selbst. Nur mit Mühe kann ich LadyGaga bändigen, damit sie nicht hinfällt, als der Bus anfährt.

18.30 Uhr: LadyGaga droht vor Erschöpfung wegzudösen. Ich muntere sie immer wieder auf. Ihr Kopf ist rot, ich mache mir Sorgen.

18.35 Uhr: In unserem Dorf angekommen, gehen wir zuerst zum nahe gelegenen Schulhausbrunnen, wo LadyGaga die Hände ins (lauwarme!) Wasser taucht. Ich benetze ihr Gesicht, ihren Nacken, gebe ihr zu trinken. Wir reden nur wenig. Wir trinken, sind beide am Limit.

18.37 Uhr: LadyGaga will nicht mehr laufen (Kunststück, ich auch nicht!!). Ich stelle ihr ein zweites Glacé zuhause in Aussicht. Das wirkt. Wir schwitzen und laufen weiter.

18.44 Uhr: LadyGaga kann und will nicht mehr. Ich spiele mein Ass im Ärmel aus: «Wer kann zuhause schneller alle Kleider ausziehen?» LadyGaga ist für die letzten Meter angespornt.

18.52 Uhr: Wir sitzen zuhause nackt auf dem Boden und essen gemeinsam Glacé. Und gigelen dabei beide wie verrückt. Was für ein Abenteuer.

19.02 Uhr: Duschen. Endlich.

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2 thoughts on “Unterhaltung auf dem Nachhauseweg

  1. Wow, das ist ein sehr weiter Weg. Ich wünsche dir, dass du das nicht jeden Tag machen musst. Das gute ist, hier ist die Hitzewelle ja nicht gerade lang 🙂 Daher werden wir das schon überleben. Alles Gute!

    und schöne Grüße.
    Wärmstens empfehle ich den Blog http://www.momscam.blogspot.de

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