Schlafgewohnheiten

Mein Mann und ich kuscheln nie vor dem schlafen gehen. Der Grund: Er hat medizinisch ausgedrückt sog. Einschlafmyoklonien, d.h. er zuckt beim Einschlafen, so dass ich immer gefühlte Elektroschocks von ihm bekomme, während ich eigentlich entspannt wegdösen sollte. Ist nicht schlimm, aber Entspannung geht anders. Also schläft in unserer Ehe jeder entspannt auf seiner Seite des 2-Meter-Wasserbetts. Problem solved.

Nun haben wir ja ein kleines, grosses Kind, das seine Entwicklungsphasen durchmacht. Wochenlang schläft sie entspannt und ruhig und problemlos in ihrem eigenen Bett. Und dann gibt es wieder Phasen, in denen sie jede Nacht um Aufnahme ins elterliche Bett bittet – wenn überhaupt.

Gestern Nacht zum Beispiel bin ich um 3.30 Uhr früh wachgeworden, weil sie weinte. Wir Eltern – zurzeit aufgrund meiner fortgeschrittenen Schwangerschaft in getrennten Betten schlafend – kamen torkelnd zu ihr ins Zimmer. Der Grund für ihr Weinen? Sie hatte einen Albtraum und wollte zu mir ins Bett, «um mit em Mami z‘kuschle». Also nahm ich sie mit. Und wir kuschelten. Und diskutierten ehrlich gesagt noch ziemlich lange. Ja, ich hielt meine Tochter wach, um mit ihr über Gott und die Welt zu sprechen, während sie meine kalten Ellenbogen suchte, die sie so mag. Verkehrte Welt.

Auch diese Nacht kam sie wieder angetrabt, kuschelte sich ganz dicht an mich und wollte, dass ich meinen Arm «genau eso!» um sie lege. Warum sie zu mir kam? «Wägenem Krokodil!»

Aufgrund meines Babybauchs und des verwirrten Körpergefühls schlafe ich momentan so gut wie nichts: Jede Nacht wache ich stündlich (!!!) auf. Aber ehrlich gesagt, diese Kuschelmomente mit LadyGaga finde ich dafür ganz schön. Als LadyGaga noch ein Baby war, hat mein Mann eines Nachts mit Nachtsichtkamera einen kleinen Film von LadyGaga und mir gedreht, wie wir beide eng beieinander liegen und im Takt schnarchen.

Ich persönlich bin kein Fan vom Familienbett, weil ich es mag, meine Bettseite für mich zu haben und auch finde, dass LadyGaga alleine schlafen können muss (und es ja auch sehr gut kann). Aber jetzt, so nahe vor der Geburt des kleinen Geschwisterchens, finde auch ich es ganz schön, nochmals so eng bei der «Grossen» zu sein – einfach nur zu kuscheln um des Kuschelns Willen. Schon bald wird unsere Familienwelt nochmals auf den Kopf gestellt werden. Aber diese Momente bleiben.

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