Tischmanieren

Mama Mia hat auf ihrem Blog zur Blogparade zum Thema «Tischmanieren» aufgerufen. Da mache ich gerne mit! Das neue Blog-Design folgt dann dieser Tage, ihr dürft gespannt sein :-).

Dass LadyGaga eine gute Esserin ist, habe ich bereits vor kurzem erzählt, nämlich hier. Und wie steht es um das Benehmen?

Tischmanieren von Anfang an – geht das (gut)?
Ich habe LadyGaga von dem Moment an mit Essen experimentieren lassen, als sie am Tisch sitzen konnte und feste Nahrung zu sich nahm, also keinen Brei mehr. Ich hatte selber Freude daran, dass ihr das Essen Spass machte. So kam es dann halt auch zu solchen Situationen:

Das stand natürlich nicht jeden Tag auf dem Programm, denn meine Nerven sind definitiv nicht aus Stahl und ich nicht die Übermutter. Es artet schnell in Frust aus, wenn das Essen immer mehr auf dem Boden (und dem Kind) statt auf dem Teller landet. Also haben wir uns etwas Neues einfallen lassen, bzw. mein eigenes Mami hatte die rettende Idee: Fortan durfte unsere Tochter statt aus einem Teller aus einer Cornflakes-Schüssel essen:

Diese Schüsseln benutzen wir heute noch für Allerlei. Ich habe dabei darauf geachtet, dass sich das Essen auch wirklich gut löffeln liess, also zum Beispiel Kartoffelbrei mit Geschnetzeltem und Karotten. So war das Thema Tischmanieren spielerisch vom Tisch und ich hatte im Grossen und Ganzen meine Ruhe. Es klappte. In der Kita gab es zudem jeweils einen sog. «Händli-Tag» pro Woche, d.h. alle Kinder durften mit den Händen essen, egal was es gab. Das fand ich ganz gut, vor allem auch, dass es in der Kita durchgeführt wurde und nicht zuhause. Und wenn es heute Pizza o.ä. daheim gibt, fragt LadyGaga freudestrahlend, ob heute Händetag sei und ist dann ganz happy, wenn ich bejahe.

Rituale sind wichtig
Gegessen wird bei uns am Tisch und alle zusammen. Früher sass LadyGaga am Tischende, damit mein Mann und ich sie abwechselnd von links und rechts füttern konnten. Als sie selbständiger wurde, haben wir ihren Platz aus taktischen Gründen verschoben, damit sie sich nicht als Chef der Familie sieht (wer ihren Dickschädel kennt, weiss, dass das nötig war…). Heute sitzt mein Mann am Tischende und unsere Tochter mir gegenüber. Das Konzept ist aufgegangen. Ich ermahne sie, wenn sie im Stuhl dahingeschnoddert dasitzt, aber ansonsten isst sie ganz ordentlich – sie ist ja mittlerweile auch schon fast 5. Auch Restaurantbesuche sind mit LadyGaga kein Thema, sondern eine grosse Freude. Glück gehabt? Mal schauen, wie es mit Copperfield wird…

Es klappt nicht alles
Was wir nie durchgezogen haben: dass sie sitzen bleiben muss, bis alle am Tisch fertig sind. Für uns als Dreier-Familie war es immer einerlei, ob sie aufsteht. Deshalb haben wir heute Mühe, wenn wir eingeladen sind oder Gäste haben: LadyGaga möchte immer vorzeitig den Tisch verlassen. Meistens lassen wir sie dann ziehen.

Was wir definitiv nicht in den Griff bekommen haben, weil wir uns selber nicht dran halten: Wir sprechen alle drei mit vollem Mund, was ich erst gemerkt habe, seit uns LadyGaga den Spiegel vorhält. Wir wollten es der Kleinen ja abgewöhnen, aber wie soll das gehen, wenn man sich selber nicht dranhält? Bei uns wird also fröhlich mit vollem Mund gelacht. Shame on us :-).

Aufessen, bis der Teller leer ist?
Die heute streitbarste Benimmregel ist ja wohl, ob das Kind den Teller leer essen muss oder nicht. Bei früheren Generationen war das Pflicht. Wir handhaben das folgendermassen: LadyGaga muss definitiv alles probieren, und sei es nur eine Gabelspitze, aber sie muss den Teller nicht leer essen, wenn sie nicht mag. ABER: Das Gemüse wird gegessen, siehe auch hier – allerdings nur, wenn sie es gerne mag. Und daran hält sie sich auch. Wenn sie aber den ganzen Teller aufgegessen hat, darf sie einen kleinen Nachtisch haben (Stück Schokolade/Bonbon/Eis). Damit sie nicht aufisst, nur um ein Dessert zu erhalten, gibt es dann und wann auch so etwas Süsses.

Keine Regel ohne Ausnahme
In ganz speziellen Fällen (wenn der Tisch mit Mamis Sachen vollgestopft ist…) essen wir auf einer Tischdecke auf dem Boden. Picknick im Haus – LadyGaga liebt das. Und ich finde es ehrlich gesagt auch ganz cool.



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