Aus Babys werden Kleinkinder werden Kinder werden junge Persönlichkeiten

Copperfield ist jetzt 14 Wochen alt – kein Neugeborenes mehr. Seit wir in den Ferien sind, taut er jeden Tag exponentiell mehr auf, will am Alltag teilhaben, dabei sein. Seine Wachphasen sind länger und Copperfield ein fröhliches, gurrendes Baby. Er kann auch bereits spielen: Wenn man ihm den Schnuller reinsteckt, prustet er ihn unter grossem Strahlen wieder raus. Rein, raus, rein, raus, rein, raus. Das lässt ihn jauchzen vor Freude. Manchmal gelingt es ihm, sich vom Bauch auf den Rücken zu drehen. Dann schaut er mich mit grossen, erstaunten Augen an. Er strampelt viel und hat keine Koliken mehr. Dafür hat er bereits zu zahnen begonnen. Auch wenn man im Mundraum noch nichts sieht: Der Speichelfluss ist enorm, und Copperfield weint deswegen. In den Ferien duschen wir Copperfield jetzt jeweils, anstatt ihn zu baden. Er ist begeistert und schaut den Duschkopf jeweils ehrfürchtig an. Seit drei Nächten schläft mein Baby durch – neun Stunden!

Wenn wir wieder zuhause sind, werden wir uns an den ersten Brei wagen. Ob er ihn genauso lieben wird wie damals LadyGaga, die uns mit einem Blick anschaute, der nur heissen konnte: «Endlich habt ihr kapiert, was ich essen will!» Wir sind gespannt.

LadyGaga hingegen ist zu einem Trotzkopf sondergleichen herangewachsen. Sie ist kein süsses Kleinkind mehr, sondern hat sich zu einem richtigen Mädchen entwickelt. Wenn ihr etwas nicht in den Kram passt (was leider oft der Fall ist), schmollt sie (und zwar nervenzermürbend lange). Sie sucht sich ihre Kleider selbst aus, geht selbstbewusst mit mir shoppen und begutachtet selber, was sie gerne haben würde. «Nei, das isch zu chrüselig obe (mit Spitze besetzt), das ziehn ich sicher nid aah!» Sie ist seeehr schnell beleidigt und wird auch schnell (sicher unbeabsichtigt) frech. Ich würde sagen, sie ist ein typisches Mädchen. Ein 14-jähriges. Sie knuddelt aber immer noch am liebsten mit mir und hängt an meinem Rockzipfel. Es ist ihr wichtig, was ich von ihr halte. Sie vergöttert ihren Bruder, ist aber auch eifersüchtig auf ihn, so wie es sich gehört. Aber wenn ich sie bitte, mir bei etwas zu helfen, ist sie immer zur Stelle. Am liebsten hilft sie mir beim Kochen und Klo putzen (yep).

Mitte August kommt sie in den Kindergarten. Sie freut sich riesig darauf, auch weil ich ihr erzählt habe, wie toll ICH das als Kind fand und was ich alles erlebt habe. Sie kann es kaum erwarten, endlich in den Kindergarten zu gehen, wo sie in die Gruppe der «Igeli», also der kleinen Igel, kommt, wie sie stolz jedem erzählt. Sie kann bereits ihren Namen und den ihres Bruders schreiben. Mein Baby wird zur jungen, an allem und jedem interessierten Persönlichkeit.

Wann genau ist das passiert?
Wenn ich meine beiden Kids betrachte, komme ich aus dem Staunen nicht heraus. LadyGaga hat bereits so viel gelernt in ihren viereinhalb Lebensjahren. Dinge, die Copperfield noch vor sich hat. Mein Baby steht am Anfang seiner Welteroberung, und ich freue mich auf jeden einzelnen Meilenstein. Der erste Brei. Krabbeln. Sitzen. Zum ersten Mal auf den Füssen stehen! Plappern. Der erste Schnee zwischen den Fingern…. Ich trauere dem Babystatus nicht nach, weil jedes Alter der Kinder faszinierend ist. Ich habe keine Angst vor dem Wandel (wohl aber vor dem Verlust!). Ich möchte wissen, was für eine Persönlichkeit sich da gerade auf der Krabbeldecke neben mir entwickelt. Wo darf ich ihm helfen in seinem Leben, was kann er alleine? Und was braucht meine Tochter von mir, um weiter zu wachsen?

Ich bin gespannt auf meine weitere Rolle als Trösterin, als Handlangerin, als Helferin, als Scherzkeks, als Ermahnerin, als Beschützerin, als Krankenschwester, als gute Fee. Als MUTTER. Meine Kinder sollen keinen Babys bleiben. Sie sollen lernen, wachsen, gedeihen! Und irgendwann zu tollen, selbständigen Erwachsenen werden, die Gutes vom Schlechten unterscheiden können und mit beiden Beinen mitten im Leben stehen. Das wünsche ich mir. Das wünsche ich Euch!

 

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4 thoughts on “Aus Babys werden Kleinkinder werden Kinder werden junge Persönlichkeiten

  1. Jaja…die großen Kleinen wachsen sehr schnell heran. Ich sehe das immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie geht es dir mittlerweile nach der Geburt? Macht ihr im Sommer mal einen Familienurlaub?

  2. Sehr schöner Beitrag. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Manchmal hole ich Bilder raus, wo mein Kleiner drauf paar Tage oder Wochen alt ist, und auch Videos von dieser Zeit und dann muss ich immer anfangen mit weinen und versteh nicht wieso ich diese ersten Geräusche und Laute vergessen habe. Wie schnell doch die Zeit vergeht …..
    Liebe Grüße

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