Heute war einer dieser Tage….

Um 16 Uhr beginne ich diesen Blogeintrag:

Donnerstags hat LadyGaga immer frei, ich habe also zwei Kids zuhause. Der Job muss ruhen, ich mache nur das nötigste, ein wichtiges Telefonat oder ein Mail. Aber heute ist alles anders. Copperfield ist zur Eingewöhnung in der Kita, von 9.45 Uhr bis 16.45 Uhr. Frauentag also! Vielleicht ist das ja ganz gut, wieder einmal nur wir zwei Mädchen. Damit LadyGaga nicht das Gefühl hat, mich nie für sich allein zu haben. Mamizeit eben. Sollen wir baden gehen? Ich freue mich im Vorfeld auf den heutigen Tag. Letzte Woche dann stelle ich in ihrem Zimmer fest: Die IKEA-Kinderküche benutzt sie eigentlich gar nicht mehr. Und sie malt nicht mehr am kleinen Tisch, sondern immer auf dem Boden, der schon Malflecken hat. Eigentlich wäre ein Schreibtisch für sie doch ganz gut…? Ich spreche aus, was ich gedacht habe. LadyGaga ist Feuer und Flamme und lässt sich nicht mehr vom Projekt TISCH abbringen, ohne dass ich zur Bösen Mama werde. Scheisse. Dabei war erst grad Weihnachten.

Wer A sagt…
Wir beschliessen, heute, am Frauentag, in den IKEA in Spreitenbach zu fahren, während Copperfield in der Kita ist. Wir freuen uns beide darauf. Ich erkläre meiner Tochter gestern Abend noch, dass ich aber am Morgen noch arbeiten muss, bevor wir um 9.30 Uhr losfahren, um Copperfield in die Kita zu bringen.

Der Morgen verläuft natürlich ganz anders. Copperfield ist um 6 Uhr wach, ich gebe ihm sein Fläschchen. Ich lege ihn wieder ab, LadyGaga spielt bereits in ihrem Zimmer. Ich gehe nochmals schlafen, weil ich mich wie ein überfahrener Bus fühle. Um halb acht stehe ich wieder auf, Copperfield ruft nach mir. LadyGaga und ich frühstücken, Copperfield knabbert an einer Gurke. Wir gehen in den ersten Stock, ich möchte mich waschen und fertig machen und bitte LadyGaga, dasselbe zu tun. Erstes Gemaule. Ich ignoriere den Ton. Mit einem Blick in ihr Zimmer stelle ich fest: «So hat da aber kein neuer Tisch Platz, räume bitte noch ein bisschen auf.» «Immer muss ich aufräumen. So geht das nicht. Ich. Bin. Genervt!», raunzt sie mich an. Ich bin sprachlos und weiss nicht, wie reagieren. «Nicht in diesem Ton!» rufe ich aus und höre mich wie eine alte Omma an. «Ich mache mich jetzt bereit, und Du bitte auch. Und während ich noch schnell ein paar Mails schreibe, räumst Du Dein Zimmer auf.» «Ich. Bin. Genervt!», brüllt sie mich an. Ich will einfach nur weg. Und mache das auch – ich gehe weg und wasche mich. Als ich eine halbe Stunde später wieder in ihrem Zimmer stehe, trifft mich der Schlag: Sie sitzt immer noch im Pyjama auf dem Boden und spielt. «Warum bist Du nicht angezogen? Wir müssen bald gehen und Du hast noch nichts gemacht!», sage ich vorwurfsvoll. «Diese blöden Socken! Die tun alle weh. Ich kann die nicht anziehen!», raunzt sie mich an. Ich bleibe weiterhin ruhig, aber sie lässt nicht locker, mault und mault und mault. Und wird gehässig. Ich will das nicht, ich will jenes nicht. Das ist blöd und das ist doof. Ich weiss gar nicht mehr, was sie so genau gesagt hat. Und sie wohl auch nicht.

***

Ich will noch ein dringendes Telefonat fürs Büro machen. Stattdessen fragt mich LadyGaga unvermittelt: «Spielst Du etwas mit mir?» Ein Lämpchen brennt gerade in meinem Gehirn durch, ich höre das Schmoren der Sicherung. Versuche, das alles durch ganz viel Ommmmmm zu überbrücken. Frauentag. Frauen-Tag! «LadyGaga, ich habe Dir gestern gesagt, dass wir vor dem IKEA-Besuch am Morgen noch zuhause sind und Du alleine im Zimmer spielen musst, damit ich noch eine Stunde arbeiten kann. Erinnerst Du Dich?» Sie ignoriert mich und mault weiter: «Wie soll ich denn das Zimmer aufräumen, wenn Du mir nicht hilfst. Ich sehe nichts mehr. Ich werde nie fertig. Ich bin wütend!» Wohlgemerkt, sie kann sehr gut aufräumen, das hat sie schon mehrfach bewiesen. Aber eben nur dann, wenn es ihr gerade passt.

Ich erkenne, dass ich hier nicht weiterkomme. Aber IKEA absagen? Dann hocken wir zuhause und gehen uns noch mehr auf die besagte Nerven. Ich wechsle also die Taktik. «Ok, also schau, LadyGaga. Dann räumst Du jetzt einfach nur die ganzen Socken weg, die Du auf dem Boden…» «Nein!!», unterbricht sie mich. «Du bist so gemein. Immer muss ich machen, was Du willst. Und ich…» Ihr Ton ist bissig und rechthaberisch. «Jetzt reicht‘s!», sage ich scharf. Sie fängt an, auf Kommando zu schluchzen. Ich verlasse kommentarlos das Zimmer, weil ich kurz vor dem Kollaps bin. Ich habe mich so auf den heutigen Tag mit meiner Tochter gefreut, aber seit dem Frühstück ist das Kind einfach drauf wie direkt der Hölle entsprungen. Ich sage, sie soll sich erst einmal beruhigen, dann schliesse ich die Tür. Drinnen heult es auf. Einundzwanzig, zweiundzwanzig… Unter Tränen schreit sie: «Mami!» … dreiundzwanzig. Ich gehe wieder ins Zimmer. Sie heult und heult. «Du liebst mich einfach nicht. Du liebst Copperfield mehr als mich. Immer schimpfst Du mit mir!» Es schüttelt sie regelrecht durch. In meinem Herzen zieht sich alles zusammen. Der Vorwurf sitzt. Ich weiss, dass sie eine gewisse Reaktion von mir will, dass sie mich prüft. Und trotzdem tut es weh.

Ich bin ruhig. Ich umarme sie. «Nein, LadyGaga, das stimmt nicht, ich liebe euch beide genau gleich viel. Jeden auf seine Weise. Ich liebe Dich so, wie Du bist, auch wenn Du wütend bist. Aber Du bist so oft patzig und gemein zu mir. Da muss ich doch schimpfen, ich bin Deine Mami, und ich möchte nicht, dass Du so mit mir sprichst. Aber ich liebe Dich über alles.»

Sie zieht sich an, wir gehen mit Copperfield zusammen aus dem Haus. Für den Job konnte ich nichts machen.

Fünf ist ein schwieriges Alter, finde ich. Aber eins, zwei, drei und vier waren auch nicht Ohne! Ich freue mich ja jetzt schon auf Teenie-LadyGaga. Nicht. © Fotolia

 

Um 9.45 Uhr gebe ich Copperfield in der Kita ab. Er ist fröhlich und gutgelaunt. Fast möchte ich die Grosse dalassen und den Kleinen wieder mitnehmen. Er weint nicht, als ich gehe, und ich bin froh und dankbar. Und ein wenig traurig, dass er nicht bei mir ist. Im Treppengang der Kita twittere ich kurz. Plötzlich höre ich ihn drinnen doch noch weinen. Alles zieht sich zusammen in mir. Schnell raus gehen. Er packt das schon.

***

10.20 Uhr, wir sind im IKEA. Die Schreibtische sind im 1. Stock zuhinterst (gefühlt zumindest). LadyGaga verliebt sich in einen Tisch, preislich ist er OK. Wieder runter, LadyGaga auf ihren Wunsch hin nach Smaland (Kinderparadies) bringend. Alleine in die Selbstabholungshalle. Endlich Ruhe. Nur um dort festzustellen, dass die Colis zu gross sind, ich kriege die nie und nimmer in mein kleines Auto. Durch die Kasse eilen («chanüd!») und nochmals nach Smaland. LadyGaga tollt dort herum. Ich rufe sie zu mir und frage: «Willst Du mit mir mit kommen? Ich gehe jetzt nochmals rauf in den ersten Stock.» Sie will nicht, auch gut. Ich nehme einen Wagen und trolle mich durch den ersten Stock. Was für ein Hindernislauf mit dem blöden Wagen. Endlich bin ich wieder bei den Tischen angelangt und suche nach hübschen Accessoires. Gerade habe ich eine Schreibunterlage in den Wagen gelegt, da erschallt es über Lautsprecher: «Die kleine LadyGaga möchte bitte in Smaland abgeholt werden.» ICH. WUSSTE. ES. Ich bin im hintersten Eck von IKEA und darf NOCHMALS, diesmal mit Scheiss-Wagen, alles ablaufen (jaja, ich WEISS, dass es Abkürzungen hat, aber nach den ollen Tischen habe ich keine mehr gesehen!!!!), nur weil meine Tochter keine Lust mehr auf Smaland hat. Eigentlich müsste ich sie dort warten lassen. Und wenn dann die Polizei kommt? Naja, wenigstens haben wir den richtigen Namen für die Grosse ausgesucht, es klingt gut (im Sinne von wohlklingend, gut finde ich es aus den bereits beschriebenen Gründen sicher nicht), ihren Namen über Lautsprecher zu hören. «Die kleine Shayenne möchte abgeholt werden» ist ja nicht so meins.

Mit müden Beinen gelange ich endlich zum Restaurant, lasse dort Wagen Wagen sein und hechte hinunter nach Smaland. Hoffentlich ist LadyGaga nicht verletzt! Pfff. Verlegen grinsend wartet sie dort auf mich. «Ich hatte keine Lust mehr.» Innerlich schüttle ich sie durch, mache aber stattdessen brav meine Ommmms. Auf die Zähne beissend gehen wir die Treppe rauf, zurück zum Restaurant. Dort bestellen wir Köttbullar für sie und für mich. Und ein Eis will sie auch. Ach was soll’s. Ist eh alles egal. Sie will unbedingt auf einem der hohen Stühle sitzen. Da wir ohne Baby unterwegs sind, darf sie. Ich habe kaum die erste Gabel an den Mund geführt, da sagt sie ängstlich: «Ich habe Angst runterzufallen.» Ich wische mir mit der Serviette über den Mund und frage freundlich: «Möchtest Du lieber wo anders sitzen?» Sie überlegt. «Nein, ich will hier sein.» Sie besteht darauf, unsere Stühle so nahe wie möglich nebeneinander zu stellen, damit sie nicht runterfallen kann. Ich erkläre, dass ich so nicht essen kann. Schliesslich braucht mein Hintern einen Landeplatz. Ich führe eine Gabel zum Mund. «Mami, ich habe Angst.» Ich frage nochmals nach. Sie verneint meine Frage, ich esse weiter. «Mami, ich möchte doch wo anders sitzen.» Ich nicke und stelle kommentarlos alles Essen aufs Tablar, hebe meine Tochter vom Stuhl hoch und suche einen neuen Platz für uns aus. Ich habe aufgegeben und bin im Flow. Alles ist gut. Es hat ja eh keinen Sinn, sich zu wehren. Es ist, wie es ist. Nach dem Essen will LadyGaga auf den kleinen Spielplatz mitten im Restaurant gehen. Ich nicke. Schnell das Smartphone zücken und Twitter lesen. Nicht durchdrehen. Das Beste aus dem Tag machen.

***

Ich gelange zu einem Blogpost, der auf der Huffington Post veröffentlicht wurde. Es geht um eine horrende Story, die ein Geschäftsführer im IKEA in Oldenburg erlebt hat. Er bestellte 43 Tische und… ach, das müsst ihr selber lesen, weil es absolut zum Schiessen und unfassbar ist, da ist mein Tag Peanuts dagegen (aber erst hier fertig lesen!). Ich komme aus dem Lachen nicht heraus, herrlich! This made my day! Da sitze ich im IKEA und lese so eine Story über IKEA. Komik pur! Bis LadyGaga ruft: «MAMIII! Ich bin hier festgeklemmt, ich komme nicht raus!», jammert sie. Ich stehe auf wie von der Tarantel gestochen und lasse beinahe meine guten Manieren mein freundliches Vokabular das Handy fallen. LadyGagas Arm steckt irgendwie zwischen einem Pfosten und dem Plastikschutz fest. Huh? Hechtsprung zur Tochter, OMG, wie kriegen wir den Arm da wieder raus? Feuerwehr? Chuck Norris? IKEA Oldenburg?

LadyGaga streckt mir den Arm (?!?!?!?!) entgegen. «Der ist bestimmt gebrochen!» Ich blicke entgeistert. «Ich dachte, er ist eingeklemmt?!» Sie antwortet nicht und zuckt mit den Achseln. Heute ist echt bad shit day. Wir gehen ins Erdgeschoss. Ich will etwas für mich kaufen, einfach ein Trostpflaster für meine angeknatschte Seele. Wir kaufen: Accessoires für ihren Tisch, den wir nicht gekauft haben, Filzstifte, 6 Trinkgläser (weil wir so viele kaputt geschlagen haben), 2 Küchenschüsseln in blau, eine kleine Salatschüssel in blau-durchsichtig. Eine Box für Copperfields Spielsachen und ein Laufauto für ihn. Weiss nicht so genau, was da für mich dabei ist. Ich kriege Kopfschmerzen.

***

Fahren nachhause, sie schläft unterwegs auf der Stelle ein. Zuhause angekommen, wecke ich sie. Ich bitte sie, sich loszuschnallen. Und ernte: «Ich will nichts hören, ich mache das schon so, wie ich meine. Du musst mir nix sagen!» Am liebsten hätte ich die Autotür zugeknallt und sie einfach drin sitzen lassen. «Darf ich TV schauen?» «SICHER NICHT!», zische ich.

Endlich im Haus sagt sie: «Ich gehe jetzt ins Zimmer und habe Mittagsruhe.» Ich bin erleichtert. Als wir in ihrem Zimmer sind, sehe ich, dass immer noch die ganzen Socken auf dem Boden liegen. «Räumst Du bitte noch die Socken weg?» Sie mault mich wieder an. «Mami, geh jetzt raus, ich habe Zimmerstunde.» Ich gehe raus. Und irgendwo tief in mir drin weint etwas.

Ich gehe erschöpft in mein Zimmer und lege mich hin. Dass ich jetzt noch etwas für den Job hinkriege, kann ich vergessen. Nach einer halben Stunde wache ich auf und setze mich an den PC, um dies alles aufzuschreiben. Soeben kommt LadyGaga aus dem Zimmer raus und fragt, ob die Zimmerstunde vorbei ist. Den Blogpost werde ich also erst abends fertigstellen können. Wir müssen jetzt Copperfield abholen. Hoffentlich hatte er wenigstens einen guten Tag. «Zieh Deine Schuhe an, wir müssen gehen», sage ich. «Nein, ich spiele jetzt», antwortet meine Tochter.

***
Nachdem wir Copperfield abgeholt haben, gehen wir noch Abendbrot einkaufen. Wir sind wieder zuhause. LadyGaga macht viel Lärm und unterhält Copperfield, der vor Hunger schreit. Mein Trommelfell platzt fast. Mein Mann kommt nachhause und erfasst die Situation mit einem Blick. Wir setzen uns an den Tisch, Copperfield schreit. Ich sitze völlig apathisch da und kann kein Wort sagen, während einzelne Tränen über meine Wangen rollen. ICH BIN KAPUTT, denke ich. Mein Mann übernimmt das Kommando und ich schreibe den Blogpost fertig. Nur so kann ich wieder normal werden. 20 Uhr. LadyGaga hat das Zimmer aufgeräumt und hört ihre Gutenachtgeschichte von ihrem Papi. Ich sitze am PC. Eine Kundin hat eine grosse Buchung storniert.

Heute ist einer dieser Tage. Ihr versteht?

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18 thoughts on “Heute war einer dieser Tage….

  1. Oh nein! Das kenne ich, man plant alles – einen Mama-Tochter (bzw. Sohn)-Tag und alles geht schief. Mich würde interessieren, warum die Kinder sich an manchen Tagen nicht belehren lassen. Es wäre so einfach: kurz lieb sein, Mama arbeitet, danach in Ruhe und mit viel Zeit zusammen spielen.
    Morgen wird ein besserer Tag, hoffentlich ohne Liebesvergleiche… :-/
    Ruh dich aus!
    Liebe Grüße
    Sarah

  2. Das hört sich nach einem verdammt anstrengenden Tag an. Solche Tage zermürben einen echt. Und die Liebesvergleiche – das geht ganz schön ans Herz – schluck. Ja, die kleinen wissen schon, wo sie einen treffen können. Und ich glaube Mädchen sind da noch ein bisschen emotional feinfühliger.

    Wir hatten heute einen super Tag. Nach der letzten Ätzwoche ein echter Lichtblick. Es wird besser – wir müssen nur dran glauben!!!

  3. Meine Liebe Severine.. darf ich bitte frei von der Leber weg..?
    Im Moment könnte ich jeden Tag weinen – wo ist mein Sohn? Wer hat ihn gegen dieses kleine, gehässige, schreiende Monster ausgetauscht?
    Er kann ALLES allein.. und überhaupt ist sein Lieblings-Wütend-Spruch: "Mach doch, was du willst!" und Türen-knallen.. und "MAMA, ICH WILL DICH NICHT MEHR SEHEN".. und dann wieder die Frage nach einem kleinen Handyspiel-Moment.
    Er ist 4einhalb und zeigt die gleichen Pubertätsmerkmale wie die 12J… das ist nicht fair.. aber doch völlig normal.
    Jedenfalls sage ich mir diesen Satz zwölfunddreißig mal am Tag: "DAS IST NORMAL" !!!
    Liebste Grüße und öfter mal ein Prost für uns 🙂
    Linda

  4. Nachtrag – je mehr wir selbst uns auf einen Tag oder eine bestimmte Situation freuen, desto schneller sind wir übrigens genervt, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
    Wir sind dann so darauf fixiert, dass alles genauso abläuft, wie wir uns das vorgestellt haben, dass Abweichungen (vor allem nervige ;-)) dann schnell die eigene Verfassung angreifen können !

  5. Liebe Severine,
    Ich bewundere Deinen langen Geduldsfaden, ich hätte, glaube ich, schon am morgen erklärt "kein Sockenaufräumen = kein IKEA" oder pädagogisch wertvoller "wir können erst zu IKEA fahren, wenn Du Platz geschaffen hast. du must dich aber etwas beeilen, sonst bleibt nicht genug Zeit"… In der Zwischenzeit hätte ich mich mit Kaffee und Twitter auf die Couch geknallt… Ich befürchte, ich war eine autoritäre Mutter ;o)

  6. Ja, das war echt einer dieser Tage! Du Arme! Das hört sich richtig, richtig anstrengend an. Ich kenne auch nur zu gut den Ton, den fünfjährige Mädchen manchmal so an sich haben. Boah! Ich kann also mit dir mitfühlen, und möchte trotzdem mal einen Perspektivenwechsel bei dir ankurbeln, ja? Beim Lesen sind mir ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, ohne die es sich vielleicht nicht so hochgeschaukelt hätte.

    Also, wenn ich das richtig verstanden habe, seid ihr alle drei um 6 Uhr aufgewacht. Du hast Copperfield ne Flasche gemacht, deine Tochter hat sich etwas zum Spielen gesucht und du konntest nochmal bis 7.30 h schlafen. Das heißt, Lady Gaga hat sich zu diesem Zeitpunkt ganze eineinhalb Stunden leise allein beschäftigt, ohne dich zu stören oder ihren Bruder aufzuwecken. Das finde ich eine enorme Leistung für eine Fünfjährige! Danach habt ihr gemeinsam gefrühstückt und danach wolltest du dich anziehen und sie sollte das auch machen. Sie fing an zu maulen. Aus ihrer Sicht finde ich das auch nicht verwunderlich. Sie hat sich seit um 6 Uhr allein beschäftigt und nun bist du, ihre liebste Mama, endlich wach, da kümmerst du dich ums Frühstück und um Copperfield und deine Klamotten. Und alles, was du (aus ihrer Sicht) für sie übrig hast, ist die Anweisung, sich allein (!) anzuziehen. Da kann man schon mal maulig werden. Ich denke, es hätte ihr gut getan, wenn du ihr gesagt hättest, wie dankbar du dafür bist, dass sie so schön allein gespielt hat, damit du noch etwas schlafen konntest. Ich denke auch, sie hätte sich gewünscht, dass du dir die Zeit nimmst, nicht nur Cooperfield beim Anziehen zu helfen, sondern auch ihr. Ja, sie ist schon groß und kann das allein, aber darum geht es gar nicht wirklich. Sie wollte einfach ein bisschen Nähe von dir und nicht gleich schon wieder weggeschickt werden, um etwas so Langweiliges wie Anziehen zu tun.

  7. Dann hast du ihr unaufgeräumtes Zimmer gesehen und hast ihr gesagt, dass da aber kein neuer Tisch reinpasst und sie jetzt erst einmal aufräumen soll. Ich weiß nicht, ob es dir bewusst ist, warum du das so gesagt hast. Erst einmal hatte es dich enorme Kraft gekostet, den mauligen Ton von ihr kurz vorher zu ignorieren, d.h. du warst innerlich schon ziemlich aufgewült und brauchtest (unbewusst) ein Ventil. Das unaufgeräumte Zimmer hat dir dieses Ventil gegeben – denn dazu kam noch, dass du eigentlich fandest, dass der neue Tisch ja nun ein ziemlich großes Geschenk so kurz nach Weihnachten sei und du hättest dir gewünscht, dass sie sich irgendwie dankbarer zeigt, also eben schonmal aufräumt dafür. Kann das sein? Deine Tochter wusste aber von beiden Dingen nicht, sie sind ja in deinem Inneren abgelaufen. Also dass du bewusst nicht zurückgemault hast bei ihrem ersten Gemaule und dass dir der Tisch eigentlich zu teuer als Zwischendurchgeschenk ist. Beides wusste sie nicht. Sie hat nur gehört, dass du sie wegen der Unordnung amgemotzt hast und aus ihrer Sicht war das total gemein. Erst muss sie allein spielen, dann soll sie sich allein anziehen und nun kriegt sie noch eins wegen der Unordnung drauf. Sie tut dann etwas in meinen Augen sehr Kompetentes: Sie sagt dir, dass sie nun genervt ist. Vielleicht sagt sie es nicht sehr freundlich, aber hey, sie ist erst 5! Sie kann immerhin mit Worten ausdrücken, wie es ihr geht. Sie hat keinen Trotzanfall, sie zerschlägt keine Gegenstände, sie haut nicht. Sie ist kompetent genug, ihre Gefühle mit Worten auszudrücken. Hochachtung! Da du genervt bist, brichst du die Unterhaltung ab (ich kann es verstehen) und gehst weg. Damit ist aus ihrer Sicht alles gut: Sie hat dir gesagt, wie sie sich fühlt und du hast sie in Ruhe gelassen.

  8. Nach einer halben Stunde bist du jedoch wieder da. Du siehst, dass sie immernoch nicht angezogen ist, dass sich das Chaos in ihrem Zimmer sogar wegen der Socken verdoppelt hat. Du bist innerlich so richtig genervt und fragst sie vorwurfsvoll, warum sie denn immernoch nicht fertig ist. Sie gibt dir eine ziemlich gute Erklärung, wie ich finde: Die doofen Sockten tun alle weh. Das bedeutet, sie hat immerhin in den letzten 30 min angefangen, sich anziehen zu wollen – sie wollte deiner Aufforderung nachkommen. Dann ist ihr aber was dazwischen gekommen. Wir alle kennen das von unseren Kindern: Wenn sie eh schon weinerlich drauf sind und dann bei Anziehen irgendetwas Minimales nicht so geht, wie gewünscht, ist es ganz aus. Aber deine Tochter hat Haltung bewahrt: Sie hat mehrere Sockenpaare probiert, obwohl das beim ersten Mal nicht geklappt hat. Wohlgemerkt: Sie ist ruhig geblieben! Sie hat deswegen keinen Wutanfall bekommen, sie hat die Socken nicht wütend in eine Ecke gepfeffert, sie hat sie durchprobiert, waren alle doof und unterdessen ist ihr Gehirn wandern gegangen und hat etwas zum Spielen gefunden und so hast du sie dann vorgefunden. Aus ihrer Sicht der Dinge war dein erneuter Anranzer also wieder ziemlich unfair, denn sie WOLLTE sich ja anziehen, es ging halt nicht. Es ging nicht, weil sie (unbewusst oder bewusst) deine Nähe und Hilfe dabei wollte. Stattdessen kam von dir ein Vorwurf. Da war es dann bei ihr völlig aus- sie maulte und nöhlte und wurde gehässig. Dass das für dich schwer auszuhalten war, kann ich gut verstehen. Solche Situationen habe ich mit meinen Kindern auch öfter und ja, mich regen die genauso auf!

  9. Doch es ging ja noch weiter: du willst gern ein wichtiges Telefonat führen und du hattest mit Lady Gaga abgemacht, dass du heute morgen noch arbeiten musst. Da fragt sie dich, ob du mit ihr spielen kannst. Du findest das total blöd, denn ihr hattet doch eine Abmachung! Das Ding ist: Ihre Spieleinladung war eigentlich ganz süß. In ihren Augen hast du sie nun schon den ganzen Morgen weggeschickt und angemotzt, immer wieder, obwohl sie sich eigentlich Mühe gegeben hat. Aber sie ist nicht nachtragend, sie hat dich ja lieb und das will sie dir zeigen: Die Spieleinladung war ihr Weg, mit dir zusammen sein zu können und vielleicht die schlechte Laune zwischen euch wegzuzaubern, denn spielen macht doch Spaß, nicht? Aber nein, du reagierst nicht auf ihre Einladung, stattdessen erinnerst du sie daran, dass sie doch versprochen hatte, allein zu spielen. Wieder schickst du sie weg, gehst nicht auf ihren Wunsch nach Nähe ein. Aus ihrem Blickwinkel: 'Moment mal – mache ich doch schon seit um 6! Seitdem habe ich Mama nur ein paar Mal gesehen und jedes Mal hat sie mit mir gemeckert. Was für ein ätzender Morgen.' Aus deiner Sicht will seit du aufgestanden bist ständig irgendein Kind etwas von dir. Du bist noch zu nichts gekommen, zu gar nichts, obwohl du echt wichtige Sachen auf dem Plan hattest. Und dann kann deine Fünfjährige plötzlich nichts mehr allein. Sie zieht sich nicht an, sie räumt nicht auf, stattdessen wird sie immer mauliger und vergreift sich gewaltig im Ton. Was für ein ätzender Morgen!

    Dann gibts eine Menge hin und her zwischen euch, deine Tochter regt sich immet weiter auf und du sagst, sie solle sich beruhigen und schließt die Tür. Ich weiß, dass du das gemacht hast, weil du sonst richtig explodiert wärst, aber aus Sicht deiner Tochter lässt du sie mit ihren Gefühlen schon wieder allein, obwohl sie dir doch ständig aufzeigt, wie schlecht es ihr geht! (Das läuft übrigens alles unbewusst ab, ihr ist nicht klar, warum sie so reagiert, wie sie reagiert und es ist nur ein vages Gefühl des Dich Vermissens, das sie in ihren Handlungen leitet.) Das Türenschließen kommt für sie einem (kurzzeitigen) Beziehungsabbruch gleich und sie bricht in Tränen aus und ruft nach dir. Gut, dass du gleich hingegangen bist! Sie offenbart dir ihre Ängste und da ist der, der Satz, der ihr Gefühl des Morgens zusammenfasst: 'Immer schimpfst du mit mir.' Und wenn du dir den Morgen jetzt nochmal aus ihrer Sicht durchgelesen hast: Stimmt das nicht auch irgendwie?

    LG, snowqueen

  10. Danke <3. Ja, es wäre so einfach. Aus Erwachsenensicht zumindest. Aber manchmal ist echt einfach der Wurm drin. Und je mehr wir uns nerven, umso schlimmer wird es. Und obwohl ich das WEISS, kann ich im Moment dann trotzdem nicht aus meiner Haut raus.

  11. Ja, ich denke auch, dass es am "Mama-Tochter-Tag" lag – ich habe mich so darauf gefreut, es konnte also nur in die Hose gehen. Heute war sie eine ganz liebe und hat gesagt: "Du bist die beste Mama auf der ganzen Welt." Das macht dann wieder einiges wett.

  12. Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Kommentar und die Zeit, die Du Dir genommen hast. Ich habe sehr viel über das nachgedacht, was Du geschrieben hast. Ich kann das alles alles nachvollziehen und auch unterschreiben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es sich genau so zugetragen hat. Somit habe ich jetzt ein schlechtes Gewissen (im positiven Sinne) und frage mich, warum ich nicht mehr auf mein Kind eingegangen bin. Andererseits hatte ich am Vorabend ganz klar kommuniziert: Bevor wir aus dem Haus gehen, muss ich noch eine Stunde arbeiten. Sie hätte mich also nicht boykottieren müssen. Hätte hätte Fahrradkette…. Am Ende ist es einfach aus dem Ruder gelaufen, und ich weiss ja: Ich bin die Erwachsene, sie das Kind. Es ist schwierig, in so einem Moment aus der eigenen Haut zu gehen und irgendwo auf der Metaebene Platz zu nehmen, um mit seinem Kind sozusagen "höflich zu kommunizieren". Was ich damit sagen will: Die Theorie anerkenne ich, aber ich bezweifle, dass ich es anders gemacht hätte. Trotzdem werde ich Deinen Input konstruktiv für die nächste Auseinandersetzung nutzen. Danke <333

  13. Ich wollte dir kein schlechtes Gewissen machen, nur eben aufzeigen, dass es deiner Tochter an eurem gemeinsamen Tag genauso mies ging, wie dir. Wie ich dir schon an anderer Stelle schrieb: Bei mir gibt es ganz genau solche Tage auch und nein, ich schaffe es auch nicht, mich dann – wie du es so schön formuliert hast – auf die 'Metaebene zu bewegen' und meine Impulse zu zügeln. Natürlich hattet ihr eine Abmachung und es war total doof für dich, dass du so gar nicht zum Arbeiten gekommen bist. Vielleicht war es so, dass deine Tochter dachte, mit den 1,5h Spiel, als du noch schliefst, sei eure Abmachung abgegolten? Ich weiß es nicht. Bei uns funktioniert jedenfalls am besten, auch wenn ich im Stress bin, kurz auf die Wünsche meiner Kinder einzugehen: hier mal 5 Min beim Anziehen geholfen, da mal 5 Min vorgelesen – schon sind sie nicht mehr ganz so anhänglich und ich schaffe doch noch was.
    Liebe Grüße, snowqueen

  14. Dieser Blogpost und die Kommentare sind bereits ein paar Jahre alt, aber da ich gerade jetzt erst darauf gestoßen bin, möchte ich trotzdem meine Meinung dazu schreiben. Zuerst einmal danke für den Mut, alles so ehrlich und schonungslos zu schildern. Ich fühle mit deinem Ich von damals mit und fürchte mich ehrlich gesagt schon gewaltig vor Tagen wie diesen, zumal ich deine Reaktionen auf die verschiedenen Situationen gut nachvollziehen kann, vielleicht auch selbst so reagieren würde. Der Kommentar von „Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten…“ hat mich hingegen irritiert, auch wenn er wahrscheinlich gut gemeint war. Aber gut gemeint muss noch lange nicht hilfreich sein.
    Zum einen ist da das unhinterfragte Mantra, Kinder würden immer kooperieren, und täten sie das nicht, dann sieht man es entweder nicht, versteht alles falsch, oder verhält sich selbst so „daneben“ (z.B. schimpfen), sodass ja eigentlich das Kind mehr leidet als man selbst, etc. Also liegt eindeutig die „Schuld“ immer bei den Eltern, und auch wenn sie es nicht „böse“ meinen, muss es dennoch an ihren Unzulänglichkeiten liegen: mangelnder Geduld, unausgereifter Persönlichkeit, diversen Altlasten, dass sie ihre (Zitat) „Impulse nicht genug zügeln“, nicht genug Opferbereitschaft fürs Kind haben, was auch immer. Dass Mama on the Rocks aufgrund des Kommentars Schuldgefühle empfindet, ist somit eigentlich nur logisch und aus meiner Sicht unvermeidlich. Gut finde ich das nicht. Zumal „Kooperationsbereitschaft“ von „Das gewünschteste Wunschkind“ scheinbar nicht auf einer ganz abstrakten Ebene gemeint ist (z.B. das Kind verhält sich unerträglich, um damit endlich tiefliegende schwere Probleme in der Familie aufzudecken etc.), sondern ganz konkret auf Alltagssituationen wie „anziehen“ bezogen. Denn wäre man da mehr, Zitat, „auf die Wünsche [der] Kinder“ eingegangen, so wäre vielleicht alles anders gekommen… Dass Kinder „mitspielen“, wenn man immer alles so macht, wie sie gerne möchten, ist für mich aber nicht die Definition von „Kooperationsbereitschaft“- eher im Gegenteil. Nach dem Durchlesen der geschilderten Situationen war mein erster Gedanke eher der: Wenn etwas aussieht wie ein nicht-kooperatives Kind, sich anhört wie ein nicht-kooperatives Kind, und sich für die Mutter anfühlt wie ein nicht-kooperatives Kind, dann ist es vielleicht…..?! Nun, am Ende des Tages ist die Mutter jedenfalls am Rande des Nervenzusammenbruchs, ihre Tochter hat offensichtlich mehrfach die Grenzen des für sie Erträglichen überschritten, so dass sich die Mutter untertags in ihrem Willen „gebrochen“ fühlte („ich habe aufgegeben und bin im Flow“) und ihr abends die Tränen hinunterlaufen. Klingt für mich nicht kooperativ, sorry. Und dass, obwohl die Mutter aus meiner Sicht absolut keine unrealistischen Forderungen gestellt hat, nicht ausfällig wurde, nicht schimpfte im klassischen Sinne („du bist böse/schlecht, weil du dies oder jenes tust“ – sondern nur Forderungen stellte und meckerte, als diese nicht erfüllt wurden), zunächst auch nicht bestrafte (erst am Ende des bereits komplett eskalierten Tages erlaubt sie das Fernsehen nicht – aber auch hier wird dies nicht mit „Fehlverhalten“ begründet, sondern sie sagt einfach nur „sicher nicht“). Aus meiner Sicht verhält sie sich also durchwegs auf „Augenhöhe“ mit dem Kind. Auch in dem Moment, wo sie aus Wut einfach aus dem Zimmer geht und die Tür hinter sich schließt (oder zuknallt?) – eine suboptimale Situation, die aber genauso unter streitenden Ehepartnern, pubertierenden Geschwistern, Arbeitskollegen etc. vorkommt. Ich bin nicht einverstanden damit, wie hier von „Das gewünschteste Wunschkind“ die Rolle der Mutter entworfen wird, was von dieser erwartet wird. „Das Türenschließen kommt für [die Tochter] einem (kurzzeitigen) Beziehungsabbruch gleich“… Ja, es ist in der Tat ein Kommunikationsabbruch (wieso gleich Beziehungsabbruch?). Aber hat die Mutter eines Kindes, das schon lange kein kleines Baby mehr ist, die Aufgabe, non-stop emotional verfügbar zu sein und dabei ihre Grenzen überschreiten zu lassen? Sich anbrüllen zu lassen, komme, was wolle? Kein Recht auf Rückzug, wenn sie verbal verletzt wird? Muss sie sich ständig und in jeder Hinsicht verantwortlich für das Wohlbefinden des Mädchens fühlen, auch dann noch, wenn sie dessen Bedürfnisse schon in akzeptablem Maß (über-)erfüllt hat und nun eigentlich EIGENE Bedürfnisse hat, die in diesem Moment für sie schwerer wiegen und das auch DÜRFEN?
    Unabhängig davon, wie (nicht) hilfreich das Rausgehen in der Praxis für den weiteren Verlauf der Situation war, so finde ich doch, dass die Mutter das Recht hat, ihre Grenzen zu wahren und einfach aus dem Zimmer zu gehen, und sich NICHT ständig dafür verantwortlich zu fühlen, dass sich ihre Tochter in jeder Situation „wohl fühlt“ (hier: „nicht genervt ist“), auch wenn gar kein behebbares Problem erkennbar ist. Ich zweifle ehrlich gesagt auch stark daran, dass der Tag besser gelaufen wäre, wenn sie in diesem Moment nicht hinausgegangen wäre
    Dieser eine Punkt steht stellvertretend für andere, die mir im Kommentar von „Das gewünschteste Wunschkind“ noch aufgefallen sind und mich irritiert haben, macht jedoch den Kern der Sache deutlich.
    Ich habe hier keine Erklärungen, Begründungen, eigene Erfahrungswerte (dafür ist mein Sohn noch etwas zu klein) oder hilfreichen Tipps anzubieten, aber die Forderungen, die im Kommentar an das Verhalten von Müttern gestellt werden, und wie wenig im Gegenzug von Kindern erwartet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Sich 1,5 h zu beschäftigen, sich selbstständig in 30 min anzuziehen und danach das eigene Zimmer ein wenig aufzuräumen, finde ich als Beitrag von einer 5-Jährigen sicher nicht zu viel verlangt, sondern eher die Minimalvariante. Meine Mutter würde jetzt wahrscheinlich damit anfangen, was sie in diesem Alter alles auf ihrem Bauernhof beigetragen hat… Zwischen Maximal- und Minimalvariante gibt es natürlich Spielraum 😉
    Kurzum, Kinder werden dadurch auch irgendwie „klein“ gemacht, wenn man null Ansprüche an ihre Verantwortlichkeit für das eigene Gefühlsleben („Ich. Bin. Genervt.“, ohne dass akut ein Grund ersichtlich ist – ja, wird noch öfter vorkommen), die grundlegende eigene Körperpflege (Anziehen), halbwegs verträglichen Umgang mit Familienmitgliedern (nicht anschreien, zum weinen bringen usw.) stellen darf.

    Liebe Grüße,
    Romana

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