Berlin, ich komme!

Morgen ist es soweit. Ich fliege nach Berlin, um meinen Blogger-Online-Clan zu treffen. Am Donnerstag findet nämlich ein «Familien-Blogger & Mompreneur-Treffen» in Berlin statt. Klingt cool, oder? Finde ich auch. Thema: Wie können wir uns alle gegenseitig unterstützen und wechselseitig als Multiplikatoren im Netz vorwärts bringen?

Wobei es mir ja gar nicht mal so sehr um den Inhalt des Workshops geht (auch wenn der toll ist). Nein, ich freue mich einfach unbändig darauf, so viele liebgewonnene Bloggerinnen endlich persönlich kennenzulernen.

 

© Fotolia
 

Hinter jedem Blog steckt eine reale Person
Vielleicht sind wir Bloggenden nicht alle immer unbedingt authentisch auf dem Blog. Schreiben kennt Stilmittel. Ich entscheide, was ich thematisiere, und was nicht. Jeder verkauft sich anders, so wie es auch im realen Leben der Fall ist. Ich für meinen Teil schreibe zwar, was ich denke. Und dennoch bin ich niemals 1:1 die Person, die ihr durch den Blog zu kennen glaubt. Ich bin eine reale Person, der Blog ist nur mein Abbild, ähnlich dem platonschen Höhlengleichnis, in dem die Bewohner der Höhle nur die Schatten an der Wand ihnen gegenüber sehen, ohne zu wissen, was sie abbilden und warum: «Sie betrachten die Schatten als Lebewesen und deuten alles, was geschieht, als deren Handlungen. Das, was sich auf der Wand abspielt, ist für sie die gesamte Wirklichkeit und schlechthin wahr. Sie entwickeln eine Wissenschaft von den Schatten und versuchen in deren Auftreten und Bewegungen Gesetzmässigkeiten festzustellen und daraus Prognosen abzuleiten.» (Platon, Politeia 515a–c, 516c–e)
Aber ich bin viel mehr als mein Blog. IHR seid viel mehr als Blogger und/oder Leser.

 
Und doch…

Susanne Mierau hat in ihrem viel beachteten Blogpost «Die Online-Eltern – warum es nicht schlimm ist, einem Onlineclan anzugehören» bereits 2013 festgestellt, dass sich unser traditionelles Familienleben vom mittelalterlichen Clan im Dorf weiterentwickelt hat zu einem Online-Clan. Wir wachsen nicht mehr in Grossfamilien auf, die Grosseltern, Onkel, Tanten sind nur selten einen Steinwurf entfernt, um auf die Kinder aufzupassen oder beratend zur Seite zu stehen. Social Media haben sich zu einem Walton-Haus für die persönliche Online-Familie entwickelt. Man sagt sich gegenseitig guten Morgen, man sagt sich gute Nacht. Man leidet mit befreundeten Bloggern mit und freut sich mit ihnen über schöne Ereignisse. Vor allem aber hilft man sich gegenseitig, wo man nur kann. Eine echte Familie eben.

Nur…

Ganz so Familie ist es eben doch nicht. Wenn die reale Familie nicht grad ums Eck wohnt – die Blogger sind meist noch weiter weg. Wenn man nicht in Berlin wohnt. Oder in meinem Fall sogar: Wenn man nicht in Deutschland wohnt. In der Schweiz gibt es nämlich keine Bloggerszene, sondern nur ein paar handverlesene Blogs, die von den Elternzeitschriften gepusht werden (ich gehöre nicht dazu).

Wie können denn Blogger meine Freunde sein, so weit weg von mir?

Mein Online-Clan kann nicht schnell vorbeikommen, wenn ich einen Babysitter für eine Stunde brauche. Es kann mir auch keiner ein Kilo Mehl borgen. Ich rufe nicht schnell jemanden aus meiner Timeline an, und als Telefonjoker bei «Wer wird Millionär?» würde ich sie wohl auch nicht angeben (obwohl… wer weiss?!). Aber es gibt sie, diese Personen, die man online ins Herz geschlossen hat, die man ins Herz schliessen MUSSTE, weil sie einfach da sind, zuhören, die gleichen Ansichten teilen – oder manchmal auch nicht. Es gibt sie, diese Personen, von denen man weiss, dass man sie einfach kennenlernen MUSS. Weil es sich einfach richtig anfühlt. 

Und so mache ich mich auf den Weg…
… und habe nebst Schokolade ein straffes Programm im Koffer. Ich treffe so tolle Frauen wie Vivi von hexhex 2.0, Andrea von Runzelfüsschen, Jessi von feiersun, die Endwinterwunder von Ratzefatz-Pustekuchen und last but not least die unvergleichliche Henrike von Nieselpriem.

Und am Treffen, organisiert unter anderem von der wunderbaren Béa von der Tollabox, nehme ich ja auch noch teil… Da treffe ich noch mehr tolle Bloggerinnen und Blogger! Wie wir uns alle gegenseitig unterstützen und wechselseitig als Multiplikatoren im Netz vorwärts bringen können? Na ich denke, so eine Reise nach Berlin ist da schon einmal ein Anfang!

Ihr wollt alles live mitkriegen?
Ich habe den Laptop nicht dabei und werde von unterwegs nur twittern. Folgt mir also auch online nach Berlin! Im Nachgang zu meiner Reise gibt es dann verschiedene Blogposts, unter anderem zu meiner Flugangst (Yeah! Nicht.), meiner Cocktailparty mit Endwinterwunder und Andrea (und Liz?), meinen Shoppingtouren (haha, wann bitte?!?!?), meinem Ausflug auf den Fernsehturm mit Vivi und Jessi. Mit Henrike habe ich übrigens ein Erkennungszeichen am Meeting abgemacht. Man weiss ja nie… Am Ende sehen wir alle aus wie Chuck Norris und erkennen uns gar nicht.

Ich freue mich, wenn Du den Beitrag teilst:

8 thoughts on “Berlin, ich komme!

  1. Neid Neid.. ich freue mich für euch, wäre aber auch gern dabei gewesen.. leider wohne ich am A*** der Welt !!
    Grüß mir alle Blogger-Kollegen und -innen..
    Gibt`s denn eine Zusammenfassung des erörterten Stoffes?
    Viel Spaß, meine Liebe 😉
    Linda

  2. Ich löse schon mal auf: Ich sehe nicht aus wie Chuck Norris. Eher wie Chuck Norris`Schwiegermutter. Aber ich finde Dich. Und du mich. Rose im Knopfloch 🙂 Ich freu mich wie blöde!!!!!

  3. Hachja. Seufz. Ich gebe zu, ich überlegte hin und her und schlussendlich war es gut, mich dagegen entschieden zu haben.
    Aber ich wäre trotzdem gerne dabei, auch um Dich mal in natura zu treffen – habt also ganz viel Spass für mich mit und twittert, instagramt und bloggt was das Zeug hält <3

  4. Dem hier möchte ich doch heftigstens widersprechen:
    "In der Schweiz gibt es nämlich keine Bloggerszene, sondern nur ein paar handverlesene Blogs, die von den Elternzeitschriften gepusht werden (ich gehöre nicht dazu)."
    WIR sind die Bloggerszene! Und die Szene ist, was WIR draus machen.
    Und überhaupt: Knuddel alle schön von mir, und gib der Rieke einen Riesenschmatz!

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