Gute Vorsätze 2022 my ass

Fürs neue Jahr macht man sich ja meistens Vorsätze. Alles steht auf Anfang, 365 neue Tage wollen gelebt werden. Also sagen wir uns: Ich höre auf zu rauchen, ich nehme ab, ich reise mehr, ich arbeite weniger, ich mache mehr Sport, ich blogge wieder mehr, ich mache dies, ich mache jenes. Vieles wird dann doch nicht umgesetzt. 365 Tage sind eine laaaaange Zeit. Und mit Corona nimmt man sich für 2022 ja lieber eh nix vor.

Früher habe auch ich mir fürs neue Jahr jeweils Vorsätze gemacht. Aber im Grunde genommen weiss ich ganz genau, dass ich diese hohen Ziele nicht umsetze, nur weil jetzt der 1. pardon 2. Januar ist. Der Wunsch, etwas an sich selbst zu ändern, muss intrinsisch motiviert sein, sollte also nicht an ein Datum oder ein Ereignis geknüpft werden.

Vorsätze mache ich mir schon lange keine mehr –  Photo by Tim Mossholder on Unsplash

Ich nehme mir heute lieber etwas anderes vor. Ich habe nämlich eine laufende To-Do-Liste, die mich MASSIV ÄRGERT. Das ist wie eine Bucket-List, nur in Nerv-Modus. Auf dieser Liste sind unbedeutende Dinge, die ich «demnächst mal», «irgendwann», «bald» machen muss. Das Dumme ist nur: Auf dieser Liste kann ich gefühlt nie etwas abhaken, die Punkte sind ja alle irrelevant, sie sind aber mit Aufwand verbunden. Also erledige ich sie nie. Die Top 3 auf meiner Liste:

1. Virtuelles Musikerlebnis

Ich habe iTunes und Spotify, bei letzterem seit Herbst 2021 endlich ein Premium-Abo zusammen mit der Familie. Und ich habe ein ganzes Wandregal voller CDs. Das Dumme ist nur: iTunes nutze ich nicht mehr, ich bezahle aber nach wie vor dafür. Bei Spotify begreife ich den Aufbau einfach noch nicht. Ich kann alles hören, was mir gefällt und auch Alben anlegen, klar. Aber warum zeigt es mir zum Beispiel nicht alle Songs von Billie Eilish an, wenn ich sie aufrufe? Warum nur die Top 5 und nachher kommt wieder plötzlich irgendeine andere Musik? Warum ist in meiner von mir angelegten Spotify-Bibliothek so ein Chaos? I don’t get it.

Ausserdem: Die ganzen CDs an der Wand… soll ich die nicht lieber ausmisten und alles einfach bei Spotify hinterlegen?

Ihr seht, hier ist vieeeel Arbeit vorhanden: iTunes vermutlich kündigen, Spotify endlich begreifen und die CDs ausmisten – juhui!

2. Virtuelles Archiv

Tadaaaa: Ich bezahle ein Abo für iCloud und Dropbox. Ich habe aber keine Ahnung, wo/wie ich meine iCloud finde. Brauche ich sie überhaupt, wenn ich bereits für die Dropbox bezahle? Aber ich weiss, dass an beiden Orten Dokumente hinterlegt sind. Die Fotos auf meinem iPhone werden wohl automatisch in der iCloud gespeichert. Brauche ich weiterhin beide Abos? Wie nutze ich diese sinnvoll?

(Ja ich weiss: wie doof kann man im Jahr 2022 bitte noch sein… sagen wir es mal so: meine Vorzüge liegen anderswo.)

3. Facebook und Pinterest

Sowohl der private wie auch der Blog-Facebook-Account sollten mal wieder ausgemistet werden. Das neue Interface habe ich immer noch nicht verstanden, ich finde mich nicht mehr zurecht. Ausserdem ist Facebook eh so antiquiert, ich mag Instagram viel lieber. Soll ich mich nicht einfach auf FB löschen?

Bei Pinterest habe ich zwar einen Account, ich poste aber nie etwas. Ich suche stattdessen Unterrichtsvorlagen und Malbilder für die Kinder und kämpfe jedes verfluchte Mal damit, die Seiten dann auch ausdrucken zu können. Ich bin zu doof für dieses Internet.

Lösungsversuch

Diese Dinge zu begreifen, ist enorm zeitaufwändig für mich. Ich bin kein Digital Native und habe im Alltag viel zu wenig Zeit und Lust, mich damit zu beschäftigen. Kann ich das outsourcen? An wen? Kann mir jemand von euch helfen, gar Digital-Nachhilfe geben? Und was mich besonders interessiert: Habt ihr auch so digitale Minenfelder, an die ihr euch nicht gerne wagt und bei denen ihr ins Prokrastinieren verfallt? Bin ich echt schon so alt, dass dieses Internet mich überfordert?!?!?!?!?!?

Ich verspreche mir selbst nicht, diese hier aufgeführten drei Punkte bis am 2. Januar 2023 gelöst zu haben – wie gesagt, die Motivation muss intrinsisch sein, also auch sich selbst heraus kommen. Aber ich bin gespannt auf meinen Blogpost am 2. Januar 2023… Werde ich es geschafft haben, zumindest einen Punkt auf dieser vermaledeiten Hass-To-Do-Liste abzuhaken?!

Ich freue mich, wenn Du den Beitrag teilst:

3 thoughts on “Gute Vorsätze 2022 my ass

  1. Hallo !
    Falls du Deine CDs echt ausistet, denke bitte an mich. Ich liebe CDs und meine CD-Sammlung und vielleicht kann ich ja einigen Exemplaren ein neues Zuhause geben.

    LG Anne

  2. *LOL*
    Ich habe mir zu Weihnachten einen neuen Computer gegönnt. Und endlich – nach 20 Jahren, wo ich das „sollte“ – meinen Mail-Client sauber aufgesetzt, statt einfach aus Geschwindigkeitsgründen die Dateien vom alten Computer auf den Neuen copy-pastet.
    Und jetzt muss ich 28 Giga (ACHTUNZWANZIG GIGA) Datenmüll aus 25 Jahren durchforsten, ob sich da noch private Korrespondenz oder Verträge drin befinden.
    Mein Neujahrsvorsatz besteht deshalb darin, unelesene Newsletter und Mails, die ich nie mehr brauche, gleich direkt sofort zu löschen und NICHT einmal jährlich in einem Befreiiungsschlag auf „archivieren“ zu klicken.

  3. Thema Spotify: weil sie meinen dich besser zu kennen als du und deshalb bringen sie dir nach fünf titeln etwas anderes. Und auch ein wenig um Bots zu schwächen. Habt ihr ein Familienabo? Dann unbedingt schauen, dass alle bei ihren eigenen Accounts angemeldet sind, sonnst bekommst plötzlich Musik deiner Kindern rein gespühlt etc.. Sowas willst du wirklich nicht, glaub mir!

    Thema Virtueller Auslagerungsplatz: Ja, du brauchst iCloud, du willst nicht all deine Daten bei der Dropbox haben. Dropbox ist super für so vieles, aber nicht für private Daten und Bilder. Wo deine iCloud Daten liegen, das ist recht einfach, du hast auf deinem iPhone eine App: «Dateien» darin kannst du schauen, wo was gespeichert wird. Ist ähnlich wie der Explorer in deinem Windows Rechner. Dazu kommt, dass du in die iCloud deine Backups machst vom iPhone und wenn du Apple Fotos richtig nutzt auch ein Backup dieser. Im besten Fall, wenn du dein iPhone verlierst, es gestohlen wird oder es komplett kaputt ist, kaufst du dir ein neues, loggst dich in deine iCloud ein und kurze Zeit später hast du wieder das genau gleiche iPhone vor dir wie vorher, mit all deinen Daten, sms und co. (einzig bei Banking Apps musst dich nochmals einloggen und bei ein paar guten Messenger-Apps).

    Thema Facebook: Löschen, Löschen, Löschen, oder zumindest sehr sehr sehr grosszügig ausmisten und am besten auch die App deinstallieren am iPhone. Du kannst immer noch vom Browser aus rein, wenn es dann nicht bis zu Hause warten kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.