Meine Hobbys sind Leidenschaft

Die liebe Miriam vom Blog Frau Chamailion fragt in ihrer aktuellen Blogparade «Zeigt her Eure Hobbys» bzw. #HobbyLiebe nach – richtig – unseren Hobbys. Hobbys, ich????? ICH?

Ohne weiter nachdenken zu müssen, kann ich sagen, dass ich zurzeit KEIN Hobby habe. Die Kinder, die Ehe, der Job, das Bloggen….. Das alles mache ich nicht nebenbei. Das alles ist meine Berufung. Ja, auch das Bloggen ist für mich kein Hobby. Das Wort «Hobby» hat für mich so etwas Verniedlichendes an sich. Und das ist Bloggen für mich nicht. Es ist Leidenschaft.

Ich hatte schon viele Hobbys in meinem bisherigen Leben, die ich mal mit mehr, mal mit weniger Leidenschaft ausgeübt habe. Heute nehme ich euch mit auf meine Reise in die Vergangenheit.

Hobbys als Kind (bis ca. 10 Jahre)
Als ca. Fünfjährige hatte ich den ersten Ballettunterricht. Als wir später nach Guatemala in Zentralamerika zogen, durfte ich weiterhin auch dort ins Ballett gehen. Es war toll und ich schulte spielerisch meinen Körper, wofür ich meinen Eltern sehr dankbar bin. Als LadyGaga letztes Jahr unbedingt ins Ballett wollte, habe ich dem Wunsch also gerne entsprochen, wusste ich doch, wie viel Spass Tanzen macht. Leider ist ihre Begeisterung schnell verflogen, denn im Kurs wird nur sehr wenig echtes Ballett (Positionen, Haltung etc.) gelehrt. Ausserdem hat meine Tochter noch Mühe, sich zu konzentrieren, was völlig OK ist. Zurzeit geht LadyGaga stattdessen ins freiwillige zusätzliche Schulturnen, wo sie sich voller Elan austoben kann. Wer weiss, vielleicht kommt der Wunsch nach Tanz ja wieder? Ich hoffe es, forciere aber nichts.

Hobbys als Teenie
Ich wollte unbedingt Klavier spielen lernen. Meine Mutter brachte den Vorschlag: «Versuch es doch mal mit Akkordeon!» Also gab es ein Akkordeon mit Klaviertastatur. Von zwölf bis 20 spielte ich Akkordeon, ab ca. 16 Jahren in einem Akkordeonorchester. Es machte Spass, aber es war auch Pflicht, Woche für Woche.

Zeitgleich mit dem Akkordeon fing ich mit zwölf Jahren mit Modern Jazz bei einer ehemaligen Primaballerina an. Knochenarbeit! Und es tat meinem Körper, der schon immer den Hang zu Übergewicht hatte, so gut. Jeden Montagabend verbrachte ich beim Tanzen. Und jeden Mittwochabend beim Akkordeon.

Mit vierzehn Jahren kam eine Leidenschaft hinzu: Ich entdeckte das Billard spielen. Wie ich dazu kam? Meine erste grosse Liebe (snüf) wollte an einem Billardturnier teilnehmen, ich begleitete meinen Schwarm – und spielte plötzlich als einziges Mädchen im Saal mit. Ich war natürlich grottenschlecht, aber es zog mir den Ärmel hinein. Mit 16 oder 17 trainierte ich dann in einem Billardclub, nahm an Turnieren teil und gewann auch einige Pokale. Es war kein Hobby. Es war Sport. Jede freie Minute verbrachte ich im Billardcenter. Bis meine Eltern mich ermahnten, nicht jeden Abend ausser Haus zu sein, was ich heute sehr gut verstehen kann. Damals ging aber die Welt für mich unter.

Mit 20 wollte ich mich von allen Zwängen, allem Müssen emanzipieren und schmiss die Musik und das Tanzen hin. Das Billardspielen blieb noch eine Weile, bis ich mit dem Studium an der Uni begann. Dann verschoben sich die Werte und ich fühlte mich als «Studierte» im Billarcenter immer mehr Fehl am Platz.

Hobbys als junge Erwachsene
Ich zog zuhause aus. Ich hatte keine Lust mehr auf Hobbys, die man regelmässig betreiben muss. REBELLION! Das Studium nahm mich genug in Beschlag. Ich begann trotzdem mit Standardtanzen, da ich ohne Tanzen irgendwie doch nicht sein konnte, aber da ich keinen festen Freund hatte, ging ich immer als Single in die Kurse und musste dann mit einem von der Tanzschule gestellten Tänzer tanzen. Das ging solange gut, bis sich mein Tanzpartner in mich verliebte. Also liess ich Tanzen tanzen sein. Wobei….

Nachdem meine schlimmste aller Beziehungen in die Brüche ging und ich schon lange davon geträumt hatte, entschloss ich mich spontan, mit dem Flamenco-Tanz anzufangen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich legte meine ganze Emotion in den Tanz. Flamenco ist Seele.

Ich tanzte auch noch, als ich meinen Mann kennenlernte und hörte erst damit auf, als wir von Basel wegzogen. Nach LadyGagas Geburt machte ich einen Versuch und begann in einer Tanzschule in Aarau, aber es gefiel mir nicht. Ausserdem fehlte mir meine Tochter. 80% arbeiten und dann noch zusätzlich einen Abend ausser Haus verbringen? Das zerriss mich, ich liess es bleiben.

Aber ich tanzte früher noch mehr: Meine heutigen Schwiegereltern schenkten meinem Mann und mir zum ersten gemeinsamen Geburtstag einen Tanzkurs. Und was soll ich sagen – mein Mann liebt Standardtänze, yeah!!! Also haben wir jahrelang zusammen getanzt, bis zu LadyGagas Geburt. 2012 haben wir einen Versuch gestartet und wieder mit dem Tanzen begonnen. Aber es scheiterte an unseren Ressourcen. Neben Job, Kind, Beziehung, Haushalt hatten wir keine Energie mehr, jede Woche tanzen zu gehen.

Hobbys als Zweifachmama
Dass ich als Mama, BusinessMom und Ehefrau keine Zeit mehr für Hobbys habe, könnt ihr euch denken. Aber wenn ich so darüber nachdenke, ist vielleicht doch das Bloggen heute mein Hobby, das ich mit genauso grosser Leidenschaft verfolge, wie früher das Tanzen. Und was ich ganz genau weiss: Wenn die Umstände es wieder zulassen, die Kinder grösser sind, werde ich wieder Flamenco tanzen. Und Tango. Und Walzer. Und Cha-Cha-Cha. Hach.

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6 thoughts on “Meine Hobbys sind Leidenschaft

  1. Oh, deine Leidenschaft fürs Tanzen kann ich nur zu gut verstehen. Als Jugendliche war ich mindestens 2x pro Woche in der Tanzschule und habe es geliebt! Leider fehlt mir nun der Tanzpartner 🙁

  2. Seitdem ich Mama bin, hab ich irgendwie auch nicht mehr wirklich Zeit und Muße für richtige Hobbies 😀 Außer dem Bloggen und dem Sport (der aber mehr ein Muss als ein Hobby ist :D) schaffe ich zurzeit aber nichts mehr wirklich regelmäßig. Möchte mich aber demnächst wieder mehr dem Malen und Fotografieren widmen, als Mama hat man ja eigentlich auch mal ein wenig Zeit nur für sich verdient 😉

  3. Flamenco würde ich auch sehr gerne mal ausprobieren! Aber wo bleibt die Zeit dafür!

    Mein Mann und ich haben auch eine Weile zusammen getanzt und das war total super, ein gemeinsamen Hobby zu haben, wo man "miteinander kämpft" und nicht "gegeneinander" (Wir spielen auch zusammen Tennis).

    Über ein paar Jahre hatten wir uns – selbst mit Baby im Bauch und danach mit Baby und Babysitter im Kurs – bis Gold Star durchgetanzt. Leider, leider hatten wir in Hong Kong keine Möglichkeit, weiterzumachen und hier in London ist es auch eher schwierig.

    Die 3 Privatstunden, die ich meinem Mann zu Weihnachten geschenkt hatte und die wir in Berlin genommen haben, werden wohl auch nur eine kurze Halbwertszeit haben. Man vergisst ja alles sofort wieder, wenn man die Schritte nicht ständig benutzt 🙁

    Liebe Grüße aus London,
    Uta

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