So sieht der Feierabend von Eltern aus

Samstagabend, 21 Uhr. LadyGaga ist endlich im Bett und wir haben Feierabend. Wochenende! Zuerst mache ich eine Wäsche rein, abends ist es billiger. Dann noch schnell die Waschküche aufräumen und wischen. Mein Mann entscheidet sich für Bügeln vor dem Fernseher (ja, ich habe Glück, ich weiss…). Ich gehe in die Küche und zerlese die Kräuter, die mein Göttergatte am Nachmittag noch vor dem ersten Schnee aus dem Garten gerettet hat. Einfrieren für die Tiefkühltruhe ist angesagt. Nach einer halben Stunde bin ich fertig. Ich habe den Geruch von Schnittlauch in der Nase. Mein Mann bügelt immer noch. Ich fülle die Geschirrmaschine mit den schmutzigen Tellern und Gläsern vom Abendessen – es gab Fondue, bei dieser Arschkälte ein Muss. Ich kämpfe beim Reinigen des Caquelons*, denn der Käse ist natürlich eingetrocknet und pickelhert. Aus Zitronenmelisse und Pfefferminze aus dem Garten koche ich Tee auf. Ich putze den Tisch. Mein Mann bügelt immer noch, der Stapel ist echt riesig. Ich mache mich daran, eine gefühlte Tonne Äpfel aus dem Garten der Schwiegereltern (Danke!) zu Apfelmus zu verarbeiten. We love Apfelmus! Nach über einer Stunde schnippseln und schälen spüre ich allerdings meine Hände nicht mehr. Mein Mann bügelt immer noch. Ich gehe erledigt zu ihm, berühre ihn an der Schulter und sage: «Gell, vor zehn Jahren hättest Du auch nicht gedacht, dass unser Samstagabend mal so aussehen würde!» Er grinst müde. Mittlerweile ist es 23 Uhr und wir haben wirklich Feierabend. Naja, eigentlich müsste es ja heissen Feiernacht.

Draussen liegt Schnee, juhe! Ich glaube, wir gehen noch schnell raus und toben uns aus.

*Spezielle Schweizer Pfanne für den Fondue-Käse

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