Die Schweiz und Mama Schulze

 

Julia habe ich in München am Netflix-Event endlich persönlich kennengelernt, nachdem wir uns bei Twitter schon ausgetauscht und auch schon Blogparaden zusammen gestartet haben. Sie betreibt sehr erfolgreich den Blog Mama Schulze, wo sie über ihr Leben als berufstätige 2fach-Mama mit Multipler Sklerose bloggt. Mal lustig, mal nachdenklich, mal frustriert, mal müde, mal einfach nur glücklich. Denn sie will zeigen, wie es sich mit solch einer Diagnose lebt. Auch sie habe ich gefragt: «Julia, wie nimmst Du die Schweiz wahr?» Hier ihr Beitrag zu meinem Urlaubsreigen.

Die Schweiz – mein gelobtes Land
Seitdem der kleine Zellhaufen entstand, aus dem ich gewachsen bin, bin ich mit der Schweiz verbunden. Das hört sich recht pathetisch an, aber ist einfach schöner, als: «Ich bin in der Schweiz gezeugt worden», oder?

Also, noch einmal von vorne: Seitdem der kleine Zellhaufen entstand, aus dem ich gewachsen bin, bin ich mit der Schweiz verbunden. Denn die Grundlagen für den Zellhaufen, die Eizelle und das Spermium, trafen sich in der Schweiz. Um dieser Begebenheit gebührend Respekt zu zollen, wählten meine Eltern Schweizer Paten für mich. Sogar getauft wurde ich bei den Eidgenossen. Und so sollte es sein, dass ich meine Paten, und somit die Schweiz besuche, seitdem ich denken kann.
 


Der Murten-See

Gotte, Guezli & Grillieren
Im Gegensatz zu meiner österreichischen Verwandtschaft sprachen die Menschen hier NOCH ulkiger: meine Patin war die Gotte, eine Süßigkeit ein Guezli, die Mama das Mami und anstatt Hallo sagte man Hoi. Und es wurde noch besser: aus Einparken machten sie Parkieren, die Wurst grillte man nicht, sondern grillierte sie, und zum Schwimmen ging man in die Badi. Mit leuchtenden Augen sog ich die sprachlichen Unterschiede in mich auf und kam zu dem Schluss: Die Schweiz muss etwas ganz besonderes sein.

Sonne, Sonnencreme & Glück
Sie war so besonders, dass ich mich wirklich und ehrlich an keinen Urlaub erinnern kann, in dem wir schlechtes Wetter hatten. In meiner Erinnerung ist das Gras immer grün, die Sonne strahlt, ich bin die ganze Zeit in der Badi oder im See und esse Eis. Viel Eis. Massen an Eis. Und ich spiele mit den schweizerischen Nachbarskindern und darf viel länger aufbleiben als sonst. Die Schweiz schmeckt in meiner Erinnerung nach Sonne, Sonnencreme & Glück.

Dieses «Besondere» der Schweiz ist auch heute noch da. Auch heute habe ich noch das Gefühl, dass das Gras dort grüner ist. Der Käse schmeckt um Längen besser, das Obst ist farbenfroher, die Menschen gelassener UND freundlicher, und, und, und…

 

In der Schweiz sind die Tomaten roter als in Deutschland.

Ich habe heute Morgen Papa Schulze gefragt, woran das wohl liegen mag?! Denn ich habe ihn mit meiner Schweizbegeisterung angesteckt: Auch er hat oftmals das Gefühl, es sei quasi das gelobte Land. Auch er urlaubt gerne dort, lacht über die sprachlichen Besonderheiten und versucht, das Land zu verstehen. Insbesondere das Steuersystem und warum die Menschen bei den komplizierten Regelungen am Ende doch mehr Netto vom Brutto haben.
Er wusste es auch nicht. Er hatte keine Antwort. Aber er grinste mich an und fragte, wann wir denn dort einmal wieder urlauben würden.

Zufriedenheits-Äquator
Vielleicht überqueren wir ja an der Grenze den Zufriedenheits-Äquator, ohne es zu merken? Vielleicht ist es wirklich so einfach: Die Schweizer haben das «etwas» erfunden. Nein, nicht die Schweizer Kräuter-Zucker! Unter der Autobahn an der Grenze läuft vielleicht eine Metallleitung durch. Und die schwingt so, dass sie positive Energie erzeugt. So viel positive Energie, dass wir quasi mit ihr geduscht werden, wenn wir über die Grenze düsen. Das funktioniert bei allen Transportmitteln. Ehrlich, ich habe es schon versucht: zu Fuß, mit dem Auto, mit der Bahn und mit dem Flugzeug.

…und, wenn wir zurück in unser Land reisen, gibt es den gegenteiligen Effekt, sodass wir ganz schnell wieder zurück wollen. ABER: Alle Erinnerungen an die Schweiz bleiben derweil positiv. Denn sonst würde ich mich ja heute noch tierisch darüber ärgern, dass ich auf der Schweizer Autobahn geblitzt wurde: 4 km zu schnell. Das machte 70 €! Für Deutschland völlig überteuert. Aber die Schweizer dürfen das. Ich habe quasi noch einmal 10 € drauf gelegt, weil der Urlaub so schön bei ihnen war…

Als nächstes gewährt uns Henrike von Nieselpriem einen Einblick in „ihre“ Schweiz. 

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5 thoughts on “Die Schweiz und Mama Schulze

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