Einschlafprobleme einer Froschkönigin

Unsere Tochter hat Einschlafprobleme. Jeden Abend das gleiche Prozedere: Nach dem Zähne putzen, aufs Klo gehen, Hände waschen, Pyjama anziehen, Büchli lesen, Gutenachtkuss verteilen und Lichterlöschen fängt LadyGaga an zu weinen und schreien, weil sie nicht alleine sein will. Dabei war sie früher vor langer LANGER Zeit so ein mustergültiges Baby und schlief bereits mit acht Wochen durch. Das war unser Sechser im Lotto. As good as it gets.

Ich habe das Gefühl, dass wir schon alles probiert haben. Ignorieren geht schon mal gar nicht, das halten wir nicht aus. Wir erklären ihr also im sanften Ton, dass sie nicht alleine ist, dass ihr Schutzengel immer bei ihr ist und sie beschützt. Wir verdeutlichen, dass wir nur auf der anderen Seite der (offenen) Tür sind und sie immer hören, wenn etwas ist. Wir argumentieren, dass wir Eltern auch einmal Pause haben. Wir schwindeln, dass wir die Küche machen müssen (das hat eine Zeit lang ganz gut funktioniert). Undundund. Gemäss Ratgeberbüchern handelt es sich um Verlustängste im Kleinkindalter, weil LadyGaga tagsüber selbständiger wird. Aber wie soll ich ihr klar machen, dass sie mich garantiert nicht loswird, auch dann nicht, wenn sie ein pubertierender, rotziger Teenager ist?

Soeben musste ich das Prozedere wieder durchmachen. Mein Mann war nach dem Lichterlöschen bereits eilig nach unten ins Wohnzimmer verschwunden, als LadyGaga wieder zu weinen anfing. Ich ging in ihr Zimmer und versuchte, sie sanft, liebevoll, ruhig und sachlich zu beruhigen. Bei allem, was ich sagte, nickte sie zustimmend. Als ich nach zehn meditativ angehauchten Minuten das Zimmer verlassen wollte, fing das Geschrei wieder an. Übermüdet platzte mir der Kragen. Ich rief entnervt nach meinem Mann (Lautstärke sehr laut). Als er in den dunklen Raum kam, um nach dem Rechten zu sehen, fauchte ich: «Ich halt‘s nicht mehr aus, bitte hilf mir, sonst klatsche ich sie noch an die Wand.»

Die nüchterne Reaktion meines Göttergatten: «Soso, LadyGaga, bist Du etwa ein verwunschener Prinz und wir müssen Dich gegen die Wand klatschen?» Womit sich der Froschkönig noch tiefer in das kollektive Gedächtnis unserer Familie eingeprägt hat.

Hat jemand einen Tipp bei Einschlafproblemen einer Dreijährigen?

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3 thoughts on “Einschlafprobleme einer Froschkönigin

  1. Durchhalten.Ruhe bewahren.Nachtlicht brennen lassen.Ihr sagen,dass man den Raum verlässt und wenn sie einen ruft sofort da ist.(Sollte man dann auch einhalten,auch wenns wg.irgend nem Firlefanz ist.)
    Ansonsten:Phase.Das ganze Leben ist eine Phase.Ist die eine glücklich überstanden kommt die nächste.Nicht verzagen,dass war für alle Eltern grausam und alle haben sich bisher irgendwie durchlawiert!^^

    Lilli

  2. Ich wünsche euch jedenfalls,dass diese Phase bald zu ende ist.(Obwohl man ja manchmal gar nicht so wirklich wissen möchte welche danach kommt!^^)Einfach Augen(und Ohren)zu und durch.
    So wie ich deinen Blogeinträgen entnehme macht ihr das prima und mit einer gehörigen Portion "über-sich-selbst-lachen-können".Einfach toll!Schön zu lesen dass es auch anderen so ergeht!!!DANKE!!

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